Mo., 11.01.2016

Umwelt- und Landwirtschaftsminister aus Schleswig-Holstein zu Gast beim Neujahrsempfang der Grünen Nach Köln: Habeck warnt vor Pauschalierungen

Umwelt- und Landwirtschaftsminister aus Schleswig-Holstein zu Gast beim Neujahrsempfang der Grünen : Nach Köln: Habeck warnt vor Pauschalierungen

Die Sprecher des Kreisvorstands Richard Dammann (r.) und Jutta Bergmoser (2. v. r.) begrüßten den Minister des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Robert Habeck (2. v. l.) und den Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff (l.) zum Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: str

Nottuln. „Es gab wenige Zeiten, die mehr dazu eingeladen haben, politisch aktiv zu werden“, unterstrich Sonntagnachmittag Dr. Robert Habeck im Gymnasium Nottuln. Der Umwelt- und Landwirtschafts-Minister aus Schleswig-Holstein, der Spitzenkandidat seiner Partei bei der Bundestagswahl werden will, war zu Gast beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes Coesfeld von Bündnis 90/Die Grünen in Nottuln. Unter dem Motto „Das Gute bewahren – die Zukunft gewinnen“ konnte Kreissprecher Richard Dammann dazu rund 100 politisch Aktive willkommen heißen. „Heimatland grün – wir gehören dazu“, freute er sich auch über anwesende „politischen Mitbewerber“.

Von Marita Strothe

Schulleiter Holger Siegler warb in seinem Grußwort um Unterstützung der Politiker beim Klären der Frage: „Wie können wir als Schule die Zukunft gewinnen?“ Er griff dabei die Beschulung von Flüchtlingskindern ebenso wie die von Inklusionskindern auf.

Als erster Festredner fühlte sich der Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff als Landwirt vom Thema „Heimatland – grün“ besonders angesprochen. „Wir müssen aufhören, die Welt auszuplündern“, so Ostendorff und das habe ganz viel mit Landwirtschaft zu tun. „Der Kreis Coesfeld gehört zu den Zentren der Agrarindustrie“, betonte er und plädierte für vernünftigen Gedankenaustausch mit den Landwirten.

Dass Wissen und auch Respekt für die Arbeit der Landwirte verloren geht, beklagte Habeck. „Seit einem Jahr machen die Bauern mit jedem Liter Milch, den sie melken, und jedem Schwein, das sie mästen, Verluste“, zeigte er Verständnis und verdeutlichte, dass die Debatte nicht gegen die Bauern gerichtet sei. „Wer gewinnt? – die Natur nicht, die Bauern nicht und die Tiere schon gar nicht.“

„Die Energiewende, da sind wir weiter“, ging. Habeck auf ein anderes wichtiges Thema grüner Politik ein. „Als ethisches Projekt gestartet ist sie ein dominantes wirtschaftliches Vorzeigeobjekt in Deutschland geworden“, ist er sich sicher.

„Welche Gesellschaft wollen wir denn sein“, fragte der Minister und erinnerte an Proteste gegen Riesenkuhställe ebenso wie die Flüchtlingsproblematik. „Was als innerpolitische Spielwiese angesehen wurde, das ist außenpolitisch geworden“, griff er Ostendorffs Hinweis auf, das in Syrien vor Ausbruch des Bürgerkriegs vier trockene Jahre den Bewohnern Hunger gebraucht hätten. „Flucht und Krieg, weil die Lebensgrundlagen fehlen“, erinnerte er an die Menschen, die in die Städte geströmt seien und dort das Fass zum Überlaufen brachten.

„Außenpolitik ist im letzten Jahr auf bedrückende Weise innenpolitisch geworden“, unterstrich Robert Habeck und appellierte: „Ein kühler Kopf, Vernunft, Kritik, auch Selbstkritik ist Gebot der Stunde.“ Er warnte nach den Geschehnissen in Köln zu pauschalieren und zu verallgemeinern. „Heimat bedeutet, ein offener Raum zu sein“, warb er um die richtige Bedeutung dieses Begriffes.

„Dass die Menschen, die Zivilgesellschaft, das geleistet haben, Menschen eine Heimat zu geben“, so der Politiker über die enorme Hilfsbereitschaft der vergangenen Monate, habe ihn sehr beeindruckt.

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