Mi., 03.02.2016

Neues Projekt: Wildpflanzen sollen in Biogasanlagen zum Einsatz kommen Ackern für die Artenvielfalt

Neues Projekt: Wildpflanzen sollen in Biogasanlagen zum Einsatz kommen : Ackern für die Artenvielfalt

Die Projektbeteiligten: (v.l.) Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, Wolfgang König, Geschäftsführer der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Christiane Baum, Projektleiterin „Energiepflanzenbau und Biodiversität“, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Prof. em. Dr. Gerd Schulte, Kreislandwirt Anton Holz, Dr. Georg Verbücheln, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW und Werner Kuhn, Projekt „Energie aus Wildpflanzen“. Foto: Ulla Wolanewitz

Coesfeld. Ist es als Utopie einzuordnen, dass durch die Förderung des Energiepflanzenanbaus die Biodiversität gesteigert werden kann? Nein, das muss nicht sein. Das ist sogar eher Zukunftsmusik. „Ich habe eine Vision“, verkündete gestern Werner Kuhn, Referent vom Netzwerk „Lebensraum Feldflur“, auf der Veranstaltung der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft im Gasthof „Zum Coesfelder Berg“. Seit Jahren sammelt er Erfahrungen mit Blühmischungen aus Wildpflanzen als Substrat in Biogasanlagen. Gleichzeitig betonte der engagierte Landwirt aus Würzburg, dass „es brennt im Offenland. Gewinner ist das Schwarzwild“. Auch deshalb plädierte er für mehr „Psychotope“, wie beispielsweise Blühstreifen mit Wildkräutern sie bieten, weil sie „eine Augenweide sind, es summt und brummt darin und sie duften wunderbar!“ Nicht nur an Ackerrändern, sondern auch im Mais haben sie sich bewährt und die Artenvielfalt belebt. Allerdings sei es ratsam, auf Grassamen in der Wildpflanzenmischung zu verzichten, denn „das kommt von ganz allein und beeinträchtigt ansonsten den Blühaspekt“.

Von Ulla Wolanewitz

Einige Landwirte im Kreis Coesfeld stecken schon in den Startlöchern. Sie wollen ackern, um die Biodiversität im Münsterland durch entsprechende ökologische Maßnahmen voranzutreiben.

Die müssen sie allerdings nicht alleine in Angriff nehmen. Vielmehr erhalten sie dabei Unterstützung von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die an diesem Vormittag ihr Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität“ vorstellte.

Projektleiterin Christiane Baum machte deutlich, dass der Kreis Coesfeld hierfür als Modellregion mit überregionaler Bedeutung ausgewählt wurde, weil die landwirtschaftliche Nutzung bei uns repräsentativ für große Teile der ackerbaulich geprägten Veredlungsregion Deutschland ist.

Jeweils 500 Hektar groß sind die zwei Projektgebiete in Holtwick-Bleck und Coesfeld-Stevede. Hier sollen bis 2021 jährlich auf bis zu fünf Prozent der Fläche Maßnahmen umgesetzt werden.

Zum Hintergrund: Der Nutzungsdruck, dem landwirtschaftliche Flächen unterliegen ist in den letzen Jahren stetig angestiegen. Neben dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln werden in zunehmendem Maße auch Energiepflanzen, vor allem Mais, für den Einsatz von Biogasanlagen angebaut. Die Auswirkungen, die die zunehmende Biogasproduktion mit sich bringt, werden jedoch kritisch gesehen.

Wichtig sei es deshalb, die Maßnahmen gemeinsam mit der Landwirtschaft und den Landwirten vor Ort umzusetzen. Nur wenn die Maßnahmen akzeptiert werden, wächst die Bereitschaft, sie langfristig in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren.

Prof. em. Dr. Gerd Schulte, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, machte deutlich, dass die Verantwortung für die Parklandschaft Münsterland aber nicht allein in den Händen der Landwirtschaft liege: „Wir müssen auch den Menschen wieder beibringen, ihre Umwelt in ihrer Schönheit wahrzunehmen, und ihnen klar machen, dass sie Verantwortung dafür tragen!“

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