Mo., 02.05.2016

Themenschwerpunkt Flüchtlinge auf der Bürgermeisterkonferenz / Kommunen wollen Kostenfrage nachgehen Kein Königsweg zur Integration

Themenschwerpunkt Flüchtlinge auf der Bürgermeisterkonferenz / Kommunen wollen Kostenfrage nachgehen : Kein Königsweg zur Integration

Diskutierten bei der Bürgermeisterkonferenz im Torhaus in Holtwick vor allem über das Thema Flüchtlinge: (v.l.) Stefan Pollender (Mitarbeiter der Gemeinde Nottuln), Heinz Öhmann (Coesfeld), Lisa Stremlau (Dülmen), Wilhelm Sendermann (Olfen), Marion Dirks (Billerbeck), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat), Richard Borgmann (Lüdinghausen), Christoph Gottheil (Rosendahl), Sebastian Täger (Senden), Dr. Bert Risthaus (Ascheberg), Uwe Slüter und Andrea Arndt (beide Kolping-Bildungswerk). Foto: Manuela Reher

Kreis Coesfeld. Es ist und bleibt das Dauerthema auf der Bürgermeisterkonferenz. Auch gestern haben die Vertreter der Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld mit dem Landrat das Thema Flüchtlinge ins Visier genommen und sich dabei vor allem der Integration und der Kostenfrage gewidmet.

Von Florian Schütte

Sieben Personen seien von der Bundesagentur für Arbeit in den Kreisen Borken und Coesfeld zusätzlich eingestellt worden, um 418 Flüchtlingen dabei zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Erst bei zehn von ihnen sei dies gelungen, wie aus dem Referat von Johann Meiners von der Arbeitsagentur hervorging. „Es müssen passende Betriebe da sein, die sich auch ein Stück weit mit der Situation der Menschen auseinandersetzen“, appelliert der gastgebende Rosendahler Bürgermeister Christoph Gottheil beim anschließenden Pressegespräch im Torhaus in Holtwick an das Problembewusstsein der Unternehmen. Auf der anderen Seite müsse bei den Asylbewerbern jedoch auch Überzeugungsarbeit geleistet werden, sich den hiesigen Gepflogenheiten anzupassen. „Das geht nur nicht von heute auf morgen“, betont Gottheil. Das Fazit der Bürgermeister: Es gibt keinen Königsweg zur Integration. Einig sei man sich jedoch darin gewesen, dass die Sprache das wichtigste Instrument sei und daher auch Kooperationen wie mit der Volkshochschule wichtig seien, wie der Bürgermeistersprecher Richard Borgmann mitteilt.

Zudem stellte sich auf der Konferenz der Leiter des Kommunalen Integrationszentrums, Bodo Dreier, vor. Dieser ergänzte sich in seinen Ausführungen laut Gottheil und Borgmann gut mit denen, die Meiners als Referent vortrug. In vielen Bereichen laufe es schon gut, wenn es darum gehe, Barrieren abzubauen, so Gottheil, „aber besser geht es immer.“

In den kommenden Monaten wollen die Kommunen im Kreis auch intensiv der Kostenfrage nachgehen. Vorbild sei die Stadt Hamm, die ausrechnen ließ, dass ein Flüchtling im Jahr 13 980 Euro koste. Hingegen unterstützt das Land die Kommunen pauschal nur mit 10 000 Euro. „Hier wollen wir Land und Bund gemeinsam in die Pflicht nehmen“, sagt Borgmann.

Ferner stellten Uwe Slüter und Andrea Arndt vom Kolping-Bildungswerk Münster das Projekt „Respekt“ vor (ausführlicher Bericht folgt), das sich um Jugendliche kümmert, die bei der Fürsorge im Hinblick auf ihren beruflichen Werdegang durchs Raster gefallen sind.

Auch das Thema Windenergie schnitten die Bürgermeister an und wiesen darauf hin, dass es für Investoren bezüglich der Abnahmegarantie von Windkraftanlagen zu festen Konditionen bis Jahresende eng werden könnte. Bis zu drei Monate brauche die Bezirksregierung für die Bearbeitung von beantragten Änderungen von Flächennutzungsplänen. „Wer vor der Sommerpause keinen Beschluss erwirken kann, für den könnte es zeitlich eng werden“, stellt Gottheil heraus.

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