Fr., 06.05.2016

Bestandserhebung 2016 zeigt positive Entwicklung / Fußballbegeisterung ungebrochen / Ehrenamt im Wandel Jeder Dritte treibt Vereinssport

Bestandserhebung 2016 zeigt positive Entwicklung / Fußballbegeisterung ungebrochen / Ehrenamt im Wandel : Jeder Dritte treibt Vereinssport

Foto: az

Kreis Coesfeld. Um die Sportvereine im Kreis Coesfeld ist es insgesamt gut bestellt. Laut der aktuellen Bestandserhebung, die der Landessportbund NRW zusammen mit dem Kreissportbund Coesfeld jetzt vorgestellt hat, ist jeder Dritte Bürger im Kreis Coesfeld (33,6 Prozent) Mitglied in einem Sportverein. Probleme sieht der Kreissportbund jedoch vor allem langfristig in den Mannschaftsstärken im Jugendsportbereich sowie im stagnierenden Präventionssportangebot und bei der Entwicklung des Ehrenamts.

Von Florian Schütte

„Insgesamt ist der Sport im Kreis Coesfeld gut aufgestellt, allerdings stellt der demografische Wandel viele Vereine vor große Herausforderungen, denen sie sich aber erfreulich oft offensiv stellen“, sagt der Vorsitzende der Sportjugend, Jens Wortmann, auf Nachfrage unserer Zeitung.

72 646 Menschen sind im Kreis Coesfeld in 2016 Mitglied in einem der 209 Sportvereine. Wie aus der Statistik hervorgeht, in die auch die Daten des aktuellen Sportentwicklungsberichts sowie des dritten Kinder- und Jugendsportberichts einflossen, ist die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gestiegen. Sieger ist hier die Stadt Olfen, die einen Zuwachs von sechs Prozent verzeichnet – innerhalb der vergangenen drei Jahre sogar um 15 Prozent. Sorgen bereiten dem Kreissportbund hingegen Havixbeck (-8 Prozent) und Nordkirchen (-6 Prozent). In Nordkirchen vermutet der Kreissportbund die Schließung des Hallenbades als Grund für den Mitgliederschwund.

Im Bereich Kinder- und Jugendsport gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: In einigen Kommunen und Altersgruppen treiben über 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen wöchentlich Sport im Verein. Die schlechte: Wegen des demografischen Wandels und der Fülle an Sportangeboten, könnte es bei Mannschaftssportarten in Zukunft immer öfter passieren, dass die notwendige Mannschaftsstärke für den Spielbetrieb nicht erreicht wird. Auch die Tatsache, dass mittlerweile rund ein Drittel im Schnitt alle zwei Jahre die Sportart wechselt, trägt dazu bei. Hier wird Kooperationen zwischen Sportvereinen auf lange Sicht eine hohe Bedeutung beigemessen. Immer wichtiger werden den Mitgliedern auch die außersportlichen Aktivitäten wie Vereinsfahrten, die nicht selten die Entscheidung für oder gegen einen Sportverein beeinflussen. Das Thema Ganztag sei hingegen weniger problematisch. „Der Kinder- und Jugendsport bleibt trotz Ganztagsschule weitgehend stabil, was für die Attraktivität der Sportvereine spricht“, meint Wortmann.

Die Zeiten, in denen die Männer den Sport dominierten, sind längst vorbei. Insgesamt beträgt der Frauenanteil mittlerweile 46 Prozent. Im Jugendbereich ist er mit 51 zu 49 Prozent fast ausgeglichen. Hingegen wird jedoch nur jedes vierte Vorstandsamt von einer Frau bekleidet. Zudem befindet sich der Sport der Menschen ab 55 Jahren im Aufwind.

Bei den gesundheitsorientierten Sportangeboten ist der Kreis Coesfeld dank Dülmen und Coesfeld, die landesweit den höchsten Versorgungsgrad haben, stark aufgestellt. Allerdings stagniert die Zahl der anerkannten Präventionsangebote, da die Vereine oft den bürokratischen Aufwand einer Zertifizierung scheuen.

König Fußball wirft so schnell niemand vom Thron. Der Ballsport erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Hingegen verweisen Turnen, Aerobic und Fitness die Leichtathletik auf den dritten Platz. Der Wassersport verzeichnet allerdings einen kontinuierlichen Rückgang.

Auch im Ehrenamt ist die Bilanz zwiegespalten. Während die Zahl der Ehrenamtler steigt, geht die Zahl der insgesamt ehrenamtlich geleisteten Stunden insofern zurück, als dass viele Aufgaben neuerdings oft im Team bearbeitet werden.

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