Fr., 20.05.2016

Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zu Gast beim 8. Forum „Politik und Mittelstand“ der Kreishandwerkerschaft „Die duale Ausbildung ist erste Wahl“

Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zu Gast beim 8. Forum „Politik und Mittelstand“ der Kreishandwerkerschaft : „Die duale Ausbildung ist erste Wahl“

Hightech im Handwerk: Bei einem Rundgang zeigten Kreishandwerksmeister Ferdinand Limberg (r.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck Minister Rainer Schmeltzer die modernen Maschinen, an denen der Handwerks-Nachwuchs im Technologiezentrum in Coesfeld aus- und weitergebildet wird. Foto: Detlef Scherle

Coesfeld. Nicht nur Lächeln für die Kameras: NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer nimmt sich viel Zeit für den Rundgang im Technologiezentrum der Kreishandwerkerschaft in Coesfeld. Vor allem zu den Auszubildenden an den Werkbänken und Hightech-Geräten sucht der SPD-Politiker den Kontakt. „Minister lernen durch solche Besuche“, bekennt er später beim 8. Forum „Politik und Mittelstand“ der Kreishandwerkerschaft, zu dem sich über 100 Interessierte in den Handwerksbildungsstätten versammelt haben.

Von Detlef Scherle

Im Gespräch mit den Handwerksvertretern, das Dr. Norbert Tiemann, Chefredakteur unserer Zeitung, moderiert, erfährt er zum Beispiel, wie vor Ort die Integration von Flüchtlingen gelingen kann. Kreishandwerksmeister Ferdinand Limberg hat dafür ein „altes“ Beispiel parat: Vor 20 Jahren hatte ein Asylbewerber aus Sri Lanka beharrlich in seiner Firma um Arbeit nachgefragt: Nach einem Praktikum wurde er eingestellt. „Heute gehört er zu unseren besten Mitarbeitern“, so Limberg nicht ohne Stolz. Aktuelle Erfolge kann Dr. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, vermelden:. „Von 16 teilweise unbegleiteten Jugendlichen, die uns anvertraut wurden, sind elf bereits vermittelt.“

Die Integration der Flüchtlinge bezeichnet Schmeltzer als „Riesen-Aufgabe“. Es kämen eben nicht nur Ärzte und Ingenieure, sondern auch „Menschen, die in ihrem Leben noch keine Schule von innen gesehen haben“. Mit den „Integration Points“ und Kommunalen Integrationszentren habe NRW gute Voraussetzungen dafür geschaffen, die Aufgabe zu schultern: „Wir nehmen damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein.“

Der zunehmende Fachkräftemangel ist ein zweiter Schwerpunkt des Forums, bei dem Schmeltzer neben Limberg und Oelck auch mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Johann Meiners von der Arbeitsagentur und dem SPD-Landtagsabgeordneten und -NRW-Generalsekretär André Stinka über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Das Land, so Schmeltzer, habe eine Fachkräfteinitiative gestartet. Er ermuntert alle lokalen Akteure, sich darin einzubringen. „Eine entscheidende Bedeutung kommt dabei der dualen Ausbildung zu“, so Schmeltzer. Mit dem Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wolle die Landesregierung diese stärken. Denn: „Die duale Ausbildung ist parallel zum Studium erste Wahl – nicht zweite Wahl“, betont er.

Dass auch die Region Erwartungen an das Land hat, wird in der abschließenden Publikumsrunde deutlich: Dülmens Bürgermeisterin Lisa Stremlau appelliert an den Minister, sich dafür einzusetzen, dass der rechtliche Status von Flüchtlingen möglichst schnell geklärt wird. Ihre Befürchtung: „Wenn wir dieses Thema nicht in den Griff bekommen, wird der rechte Rand sehr stark.“

Landrat Schulze Pellengahr wünscht sich vom Minister, mehr für den Bürokratieabbau zu tun. Der konterte, dass da schon viel geschehen sei – und er im Gegenzug, wenn etwas umgesetzt werde, auch gern mal darüber sprechen dürfe. Für alles will der Minister dann aber nicht persönlich zuständig sein. Als Bäckermeister Hubertus Geiping (Lüdinghausen) ihn aus dem Publikum auf Azubis anspricht, die zu Hause nicht mehr gelernt hätten richtig mit anzupacken, meint er: „Das kann ich politisch nicht anordnen.“ Und Schulze Pellengahr springt ihm unter Beifall bei: „Es geht nicht ohne engagierte Eltern.“

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