Mo., 23.05.2016

Gesetzentwurf soll das Reiten mit Hund verbieten / Beagle Meute Münsterland bittet Landtagsabgeordnete um Hilfe Verein fürchtet um seine Existenz

Gesetzentwurf soll das Reiten mit Hund verbieten / Beagle Meute Münsterland bittet Landtagsabgeordnete um Hilfe : Verein fürchtet um seine Existenz

Bilder wie dieses, das die Equipage mit den Hunden während einer Jagd in Coesfeld-Lette auf dem Hof Hildebrand zeigt, könnten durch das geplante Jagdgesetz der Vergangenheit angehören, befürchtet der Verein Beagle Meute Münsterland. Foto: az

coesfeld/Düsseldorf. Es ist nur ein Satz im Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes, der Schleppjagdvereine um ihre Existenz fürchten lässt: „Beim Reiten dürfen weder ein Hund noch mehrere Hunde mitgeführt werden.“ „Das ist völlig unverständlich“, findet Hubert Ruthmann, Mitglied im Verein Beagle Meute Münsterland. In einem Schreiben hat er sich an Werner Jostmeier und weitere Landtagsabgeordnete gewandt und um Hilfe gebeten.

Von Florian Schütte

„Wenn das Gesetz durchkommt, können wir unsere neun Meuten im Münsterland schließen“, befürchtet Ruthmann. Beim Schleppjagdreiten handele es sich um einen „gänzlich unblutigen Sport“, wie Ruthmann betont. Denn anstatt auf lebendes Wild werden die Hunde auf künstlicher Fährte konditioniert, sodass kein Tier zu Schaden komme. Das Schleppjagdreiten habe zudem eine Jahrhunderte alte Tradition.

Und ebendiese sieht der Verein nun gefährdet. Daher habe Ruthmann schon insgesamt 19 Briefe an die Landtagsabgeordneten verschickt, die den Gesetzentwurf am 30. Mai auf der Tagesordnung haben – und vorwiegend positive Antworten erhalten. „Der Tenor war immer der, dass die Tradition erhalten bleiben solle“, berichtet Ruthmann. Auch Ausnahmeregelungen würden angesprochen werden. „Aber es wäre doch verrückt, wenn man vor jeder Schleppjagd mit der zuständigen Behörde eine Ausnahmeregelung diskutieren müsste“, geht Ruthmann dieser Vorschlag nicht weit genug. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne), aus dessen Ministerium der Entwurf stammt, sei bezüglich des Gesetzes insgesamt auch noch etwas „beratungsresistent“, zitiert Ruthmann aus den Antwortschreiben.

MdL Werner Jostmeier fordert in seiner Antwort, die unserer Redaktion vorliegt, Ruthmann gar dazu auf, „heftigst gegen dieses Gesetzesvorhaben“ zu protestieren und sich an Landtagspräsidentin Carina Gödecke zu wenden, die das Schreiben an sämtliche Landtagsmitglieder verteilen müsse. Eine wirkliche Erklärung für das geplante Gesetz habe Ruthmann bisher noch nicht bekommen.

Denn selbst unter Jägern werde der Gesetzentwurf nicht pauschal begrüßt. „Das muss man sehr differenziert sehen“, sagt Franz-Josef Schulze Thier. „Wo wir uns als Jäger gegen wehren, ist, wenn Leute ihre Hunde unangeleint durch den Wald laufen lassen“, erklärt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Coesfeld. „Hunde, die aber wirklich unter Kontrolle sind, sehen wir nicht als Problem an.“

„Unsere Hunde sind als Jagdgebrauchshunde sozialisiert in der Gruppe und legen eine Prüfung ab, mit der sie ihren Gehorsam und ihre Eignung für die Schleppjagd unter Beweis stellen“, versichert Hubert Ruthmann. „Wenn dieser eine Satz allerdings weiter erhalten bleibt, müssten wir unsere Meute auflösen und die Hunde aus ihrem Rudel – ihrer Familie – herausreißen“, gibt der passionierte Reitsportler zu bedenken.

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