Fr., 27.05.2016

Caritas bietet neues Selbstkontrolltraining: „Skoll“ hilft Konsum zu reduzieren oder einzustellen Mit Drogen besser umgehen lernen

Caritas bietet neues Selbstkontrolltraining: „Skoll“ hilft Konsum zu reduzieren oder einzustellen : Mit Drogen besser umgehen lernen

Die beiden „Skoll“-Expertinnen: Dagmar Schlüter (l.) und Birgit Feldkamp. Foto: Viola ter Horst

Kreis Coesfeld. „Irgendwann war es einfach zu viel.“ Tobias (Name geändert) kann sich noch gut erinnern, wie er sich fühlte. „Ich war ständig zugekifft und konnte mich nicht mehr richtig aufraffen.“

Von Viola ter Horst

Nicht nur, dass ihn sein zugedröhnte Zustand selber nervte, weil dem 19-Jährigen die Motivation für eine Ausbildung oder einen Job immer mehr ausging. Auch wurde er schon einmal erwischt. „Vielleicht ja auch zum Glück“, meint Tobias heute. Denn der Richter machte ihm dann zur Auflage, an „Skoll“ teilzunehmen, einem relativ neuen Kurs des Caritasverbands Kreis Coesfeld. Und das brachte es dann. „Ich nehme nichts mehr“, sagt Tobias und strahlt. „Auch nicht, wenn neben mir Freunde kiffen.“

Skoll, das ist die Abkürzung für „Selbstkontrolltraining für einen verantwortungsbewussten Umgang bei riskantem Konsumverhalten“. Dahinter steckt ein neues Trainingsprogramm im Kreis Coesfeld, sich aus Wissensvermittlung, praktischem Training und Selbstmangementtechniken zusammensetzt.

„Unser Ziel ist, einen selbstverantwortlichen Umgang mit Drogen zu vermitteln“, erläutert Dagmar Schlüter von der Suchtberatung der Caritas. Ein Gruppenangebot für junge Menschen und Erwachsene, die sich fragen, ob sie übermäßig Drogen – Partydrogen, Amphetamine, Hasch – konsumieren oder zu viel Alkohol trinken. „Im Mittelpunkt der Arbeit steht nicht unbedingt die Abstinenz, sondern die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation“, erläutert Birgit Feldkamp, die neben Dagmar Schlüter für den neuen Kurs bei der Caritas zuständig ist. Wer bereits suchtkrank sei, gehöre nicht in diesen Kurs. Wer allerdings darüber nachdenkt, ob sein Alkoholgenuss noch im Rahmen ist oder sein Cannabis- oder Partypillenkonsum überhandgenommen hat, für den kann das Angebot hilfreich sein. „Die Teilnehmer haben das Heft selber in der Hand“, sagt Schlüter. Zehn Einheiten umfasst das Programm, die ersten Erfahrungen seien durchweg positiv. „Für mich war die Gruppe eine gute Sache“, berichtet Tobias. Jeder konnte sein eigenes Ziel definieren. Für Tobias war klar: er wollte dahin, gar keine Drogen mehr zu konsumieren. „Ich bemerkte aber auch, dass das anfangs zu hoch gesteckt war.“ Geholfen habe ihm auch, alles einmal unter die Lupe zu nehmen: seine Freizeitgestaltung, seine Freunde und Bekannten, seine Rituale. Und Alternativen dazu zu finden.

Bis zu 12 Personen stark ist eine Gruppe, die sich an Teilnehmer ab 16 Jahre wendet. Im Sommer soll ein neuer Kurs starten. Interessenten wenden sich an Birgit Feldkamp, Tel. 02541/72054100 oder Dagmar Schlüter, Tel. 02591/23532.

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