Mi., 09.08.2017

Kreiskomitee der Katholiken nimmt Stellung zum Thema Regensburger Domspatzen „Wir schämen uns “

Kreiskomitee der Katholiken nimmt Stellung zum Thema Regensburger Domspatzen : „Wir schämen uns “

Foto: az

Kreis Coesfeld. Der Vorstand des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Coesfeld hat seine tiefe Bestürzung über das Leid, das Kindern und Jugendlichen der Regensburger Domspatzen über Jahrzehnte zugefügt worden ist, zum Ausdruck gebracht. „Als katholische Christen schämen wir uns für das Verhalten der Priester und Laien, die als Verantwortliche in der Erziehung und Leitung der Regensburger Domspatzen, Kinder und Jugendliche, die ihrer Fürsorge übergeben waren, durch sexuelle, physische und psychische Gewalt in ihrer Würde verletzt haben“, heißt es in einer Stellungnahme, die auf der jüngsten Vorstandssitzung in Nottuln beschlossen wurde.

Von Allgemeine Zeitung

Der systemische und systematische Missbrauch von Macht sei durch nichts zu entschuldigen. Es gehe, so der Vorsitzende Gerhard Schmitz, nicht um „bloße Verfehlungen“ Einzelner, sondern – im Kontext der schon früher bekannt gewordenen Fälle von Missbrauch in verschiedenen Ländern – um ein erschreckendes Bild einer Kirche, die einen höchsten moralischen Anspruch verkündige und dabei zutiefst verstrickt sei in einen sündhaften Kreislauf von Gewalt und Vertuschung. Über Jahrhunderte hinweg habe die katholische Kirche mit einem „System der Angst“ Menschen ihrer Mündigkeit beraubt und Macht ausgeübt.

Es reicht nach Auffassung des Kreiskomitees nicht aus, seitens der Bischöfe Gelder zur vermeintlichen Wiedergutmachung bereitzustellen. Vielmehr müssten sich, soweit sie noch leben, die Verantwortlichen ihren Opfern, ihren Anschuldigungen und vor allem deren Leid stellen. „Wir sind Teil dieser Kirche, wir tragen mit an der Verantwortung und erleben, wie immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren; daran leiden wir. Wir erwarten, dass sich die Bischöfe in Deutschland einhellig auf die Seite der Opfer stellen und alles tun, damit das, was geschehen ist, sich nie wiederholen kann“, sagt Schmitz.

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