Fr., 01.12.2017

Zahl der meldepflichtigen Fälle hat sich mehr als verdoppelt Krätze auf dem Vormarsch

Kreis Coesfeld. Schon beim Gedanken daran juckt es einem überall: Die Krätze macht sich wieder breit im Kreis Coesfeld. Waren im vergangenen Jahr 25 Fälle bekannt geworden, registrierte die Kreis-Gesundheitsbehörde in diesem Jahr schon 65. Und diese Zahl bildet die Realität noch nicht einmal annähernd ab. Denn meldepflichtig, so Dr. Heinrich Völker-Feldmann, Leiter des Gesundheitsamtes, sei das Auftreten der Erkrankung nur in Gemeinschaftseinrichtungen. Im Kreis Coesfeld waren vor allem Pflegeeinrichtungen und Kitas betroffen. Zunahmen der Krätze-Fälle werden laut Deutscher Presse-Agentur aus ganz NRW gemeldet.

Von Detlef Scherle

Woran das liegt, können sich die Behörden noch nicht so recht erklären. Die Krätze ist der Befall mit so genannten Skabiesmilben. Sie leben auf der Haut und nisten sich darin ein, was dann den starken Juckreiz auslöst. Mit Cremes und Tabletten ist die Krankheit relativ schnell zu heilen.

Die Skabies-Milben werden durch Hautkontakt übertragen. „Einfaches Händeschütteln oder eine Umarmung reichen dafür aber nicht“, erklärt Völker-Feldmann. Der Haut-zu-Haut-Kontakt müsse schon mindestens fünf Minuten bestehen. „Denn die Milben sind nicht flink, sie bewegen sich ganz langsam.“

Dass nun trotzdem eine solche Welle im Gange ist, stellt die Experten vor ein Rätsel. Mit der starken Flüchtlingsbewegung vor ein bis zwei Jahren hat es wohl nichts zu tun. „Da haben wir in den Aufnahmeeinrichtungen besonders hingeschaut“, berichtet Völker-Feldmann. Migranten seien nicht häufiger betroffen von der Krätze als Deutsche. Auch der aktuelle Anstieg spreche dagegen. „Das hätte sonst schon 2015 oder 2016 sein müssen.“

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