Di., 09.01.2018

Jetzt ist die richtige Zeit, im Garten Nistkästen aufzuhängen Sozialer Wohnungsbau für gefiederte Freunde

Jetzt ist die richtige Zeit, im Garten Nistkästen aufzuhängen: Sozialer Wohnungsbau für gefiederte Freunde

Wer kein Basteltalent hat, kann solche Kästen aus Holzbeton – hier von Blaumeisen bewohnt – auch im Handel käuflich erwerben. Foto: Ursula Baumanns

Die „Stunde der Wintervögel“ hat mich wieder einmal dazu angeregt, noch mehr für unsere heimischen Singvögel zu tun. Wie ist es bei Ihnen? Welche Vögel leben in Ihrem Garten und welche brüten in diesem Jahr wohl bei Ihnen? Oft fehlen natürliche Brut- und Nistmöglichkeiten wie morsche oder hohle Bäume. Deshalb empfiehlt der Nabu, Nistkästen aufzuhängen. Damit können viele heimische Vögel in unseren Gärten unterstützt werden. Das Schöne ist: Man braucht dazu nur ein wenig Zeit, einen einfachen Bauplan und einige Bretter Holz.

Von Dr. Detlev Kröger (Nabu-Arbeitskreis Artenvielfalt)

Man benötigt 2 cm dickes raues Naturholz, am besten Hartholz wie Eiche, aber auch Fichte und Tanne sind geeignet. Als Werkzeug sollten Säge, Bohrer oder Schrauber und Forstnerbohrer zum Ausfräsen der Einfluglöcher bereit liegen. Weiteres Material: Nägel, Hammer und Schrauben. Mit Dachpappe lässt sich am Ende das Dach wetterfest ausstatten.

Singvögel wie die Blau-, Sumpf- oder Haubenmeise benötigen ein kleines Einflugloch (26 - 27 mm), Arten wie der Star ein größeres (45 mm). Außerdem ist die Größe des Nistkastens abhängig von der Größe des Vogels.

Ich hänge meine Nistkästen immer in 2 bis 4 m Höhe auf, am besten rechtzeitig noch im Winter, denn die Vögel suchen schon frühzeitig nach Nistmöglichkeiten. Das Einflugloch zeigt nach Osten bis Südosten und befindet sich etwa 50 cm vom nächsten Ast entfernt im Halbschatten.

Und was ist mit den vorhandenen Nistkästen? Sie hängen noch mit dem „Neststroh“ vom letzten Jahr am Baum. „Das muss vor dem Frühjahr raus!“ weiß Ursula Baumanns, eine engagierte Naturschützerin aus Dülmen. „Viele Vögel bauen Nest auf Nest, so dass die Jungen Jahr für Jahr dichter am Einflugloch sitzen und so leichte Beute für Elstern oder Eichhörnchen werden können. Außerdem ist das alte Nest voller Ungeziefer.“ Schmunzelnd erzählt sie: „Vor Jahren wollte unsere Tochter ein Meisennest mit in den Biologieunterricht nehmen. Ein paar Stunden in einer Plastiktüte über Nacht genügten, um Milben und Flöhe zum Leben zu erwecken. Es waren hunderte!“ Jeder, der schon mal Nistkästen gesäubert hat, kann das bestätigen.

Um bösen Überraschungen mit zerstochenen Armen vorzubeugen, empfehle ich das Reinigen bei frostigen Temperaturen, denn dann sind die Plagegeister träge. Mit einem Werkzeug oder langen Haken kann man das Nest herausholen, in einem Eimer auffangen und aus dem Garten entfernen. Danach den leeren Kasten ausfegen oder ausspülen. Hat man die Winterkälte verpasst, kann man auch den ganzen Kasten abhängen und samt Inhalt in einem Eimer Wasser versenken. Übrigens: Die Milben und Flöhe sind kein Futter für die Brut, denn Vogeleltern suchen keine Beute im eigenen Nest.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Nisthilfen für unsere heimischen Vögel gemacht? Wenn nicht, drucken Sie sich doch einfach Baupläne für einige Vogelkästen aus dem Internet (www.nabu.de) aus und legen Sie los. So helfen Sie der Natur in Ihrer Stadt. Beobachten Sie dann vielleicht mit Ihren Kindern, wie die Kästen von unseren gefiederten Freunden angenommen werden.

Gehen Sie mit uns Schritt für Schritt in Richtung Naturgarten. Profitieren Sie von unseren monatlichen Tipps und sammeln Sie dabei Ihre ganz eigenen Erfahrungen. Und wie immer, so ganz nebenbei gewinnen Sie die Natur als Partner.

Wir, der Nabu-Arbeitskreis Artenvielfalt, wünschen Ihnen viel Spaß dabei und einen naturnahen Start in die neue Gartensaison.

7 Ansprechpartner: Dr. Detlev Kröger, Billerbeck, Tel. 0 25 43 / 2 19 98 00. | www.artenvielfalt-coesfeld.jimdo.de

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