Mo., 26.02.2018

Immer mehr Störche überwintern im Kreis Coesfeld Heimkehrer müssen um Horste kämpfen

Immer mehr Störche überwintern im Kreis Coesfeld: Heimkehrer müssen um Horste kämpfen

Einige Störche – wie hier in der Steveraue in Olfen – sind nicht nach Afrika geflogen. Der Klimawandel könnte verantwortlich sein für dieses veränderte Verhalten. Foto: Theo Wolters

Kreis Coesfeld (thw/ds). Immer mehr Weißstörche ziehen im Herbst nicht nach Süden, sondern bleiben in ihren Brutgebieten in Deutschland. Auch aus dem Kreis Coesfeld gibt es dafür Belege. So sind um die Stadt Coesfeld herum sowie in der Olfener Steveraue den ganzen Winter über Störche beobachtet worden. „Das Paar der alten Aue ist bereits im letzten Winter nicht in Richtung Süden aufgebrochen“, berichtet Georg Holtmann, der sich mit Norbert Niewind um die Tiere in der Olfener Steveraue kümmert. In diesem Winter habe auch das Paar der neuen Aue Olfen und Umgebung kaum verlassen.

Von Allgemeine Zeitung

In diesen Tagen sind die beiden Paare vermehrt auf ihren Horsten oder in der Nähe zu beobachten. Und dies hat einen Grund. Holtmann: „Sie nehmen so etwas wie eine Verteidigungshaltung ein. Denn in den kommenden Wochen ist mit der Rückkehr der Störche aus Spanien und Afrika zu rechnen. Und viele suchen einen Horst. Bei der Ankunft weiterer Störche sei auch durchaus wieder mit Kämpfen um den jeweiligen Horst in den Steverauen zu rechnen. Das Paar der alten Aue war in den vergangenen Jahren dabei immer erfolgreich. Das Paar in der neuen Aue am Olfener Friedhof muss dagegen den Horst zum ersten Mal verteidigen. „Dieses hat im vergangenen Sommer das eigentliche Paar vom Horst vertrieben“, so Holtmann. Die Jungstörche waren damals aus dem Horst geworfen worden. Ein Jungstorch wurde danach privat versorgt, starb später aber trotzdem.

Wie überleben die im Winter daheim gebliebenen Tiere? „Die Kälte macht ihnen nichts aus“, spielt Holtmann auf die derzeit niedrigen Temperaturen an. Lediglich bei schneebedeckten Böden hätten sie Stress bei der Futtersuche. Die beiden Storchenpaare sind auch nicht immer in Olfen geblieben. „Vermutlich sind sie auch zwischendurch in die Nähe des Zoos von Münster geflogen“, so Georg Holtmann, wo es wie am Naturzoo Rheine eine ebenfalls überwinternde Kolonie von Weißstörchen gibt. Holtmann: „Störche müssen in der Winterzeit auch nicht täglich eine fette Mahlzeit erhalten.“ Und sei die Futtersuche schwierig, könnten sie zu Zooanlagen oder auch zur niederrheinischen Tiefebene zur Futtersuche aufbrechen. Sie könnten auch durchaus einige Hundert Kilometer in Richtung Süden fliegen.

Holtmann rechnet mit den ersten Störchen aus den Winterquartieren in Spanien und Afrika in den ersten Märzwochen.

Das Organtief Friederike konnte den beiden Horsten in der Steveraue nichts anhaben. Wie Holtmann erklärte, sei die Standfestigkeit vor einigen Tagen überprüft worden. Man müsse sich für die kommenden Jahre keine Sorgen machen. Holtmann: „Wir wollen aber noch mit dem Hubsteiger zum Horst fahren und nach dem Rechten schauen.“

Ist in der Steveraue alles in Ordnung, so hat Friederike aber in der Lippeaue zugeschlagen. Dort ist zurzeit von der großen Aussichtsplattform kein Horst zu erkennen. „Er ist umgestürzt“, so Tobias Kraft von der Landschaftsagentur Plus, die auf Haus Vogelsang beheimatet ist. Man werde aber in den nächsten Tagen einen neuen Horst an der selben Stelle wieder aufstellen. Kraft: „Der neue Stamm ist in Arbeit. Wir wollen ihn rechtzeitig vor dem Eintreffen der Störche wieder aufstellen.“

In diesem Jahr hofft Kraft auch, dass ein weiterer Horst auf dem Dach des Haus Vogelsang angenommen wird. „Die Aufstellung im letzten Jahr war zu spät.“ Doch habe man im Spätsommer dort schon Störche gesehen.

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