Do., 05.04.2018

Kreis Coesfeld Mädchen und Jungen stark machen gegen Übergriffe

Kreis Coesfeld: Mädchen und Jungen stark machen gegen Übergriffe

Die Teilnehmer der Evangelischen Kirchengemeinde Coesfeld präsentieren stolz ihre Zertifikate. Durchgeführt wurde der Workshop von Uta Kerckhoff (2. v. l.), Monika Aehling (2. v. r.) und Dr. Antje Klüber. Foto: az

Kreis Coesfeld. Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind Emotionalität und Körperlichkeit im Rahmen von Bewegung, Spiel und Sport sehr wichtig. Das Miteinander fördert soziale Kompetenzen, wobei in Schule und Sport häufig ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entsteht. Diese – im Sport oft auch körperliche – Nähe kann jedoch Gelegenheiten für sexualisierte Gewalt begünstigen. Der Kreisverband Coesfeld des Kinderschutzbundes hat daher mit „How to be tough enough“ ein neues Angebot speziell für Jugendliche entwickelt, das Mädchen und Jungen für dieses Thema sensibilisiert und stark macht gegen sexuelle Übergriffe.

Von Allgemeine Zeitung

„Sexualisierte Gewalt ist nicht an einen Ort gebunden, sie kann vor allem dort stattfinden, wo das Problembewusstsein fehlt, wo weggeschaut und geschwiegen wird“, erläutert Vorstandsmitglied Uta Kerckhoff die Motivation zur Entwicklung des neuen Angebots. „Daher sind Wissen und Handlungssicherheit im Hinblick auf sexualisierte Gewalt notwendig, um entsprechende Situationen angemessen einschätzen und darauf reagieren zu können.“

Das Präventionskonzept richtet sich grundsätzlich an alle Jugendlichen, speziell jedoch an diejenigen, die sich in Sportvereinen oder in der Jugendarbeit ehrenamtlich engagieren. „In diesen Bereichen werden Jugendliche durch die Besetzung einer „Doppelfunktion“ leicht mit spezifischen Problemen konfrontiert, denn sie sind häufig selbst Teil einer Gruppe und somit einem Erwachsenen unterstellt, werden aber auch schon als Betreuer oder Co-Trainer eingesetzt und sind dadurch mitverantwortlich für jüngere Gruppenmitglieder. Somit können sie sowohl Opfer als auch Täter werden.“

Den Startschuss für das neue Angebot bildete bereits im Februar ein Workshop mit 16 Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Coesfeld aktiv engagieren. Geleitet wurde die Schulung von den Diplom-Sozialarbeiterinnen Monika Aehling und Uta Kerkhoff sowie Diplom-Psychologin Dr. Antje Klüber. Die Trainerinnen gehören zum Vorstand des Kinderschutzbundes und besitzen langjährige Erfahrung im Bereich der Gewaltprävention von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

„Unser Workshop soll Handlungssicherheit geben, um in einem Fall von Kindeswohlgefährdung ein angemessenes Verhältnis von Nähe und Distanz zu Kindern und Jugendlichen zu finden“, so Klüber zum Schulungsinhalt. Gleichzeitig gehe es darum, die Grenzen der Verantwortung und Zuständigkeit zu erkennen.

7 Workshops für Sportvereine sind in Kooperation mit dem Kreissportbund geplant. Das Angebot soll künftig aber auch von Schulen und Jugendeinrichtungen buchbar sein. Nähere Informationen erhalten Interessierte beim Kinderschutzbund. www.dksb-coe.de

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