Kreis Coesfeld
Erziehern „einfach mal Danke sagen“

Kreis coesfeld. „Wir wollen einfach mal Danke sagen!“ unterstreicht Geraldine Henneböhl aus Havixbeck. Die Vorsitzende des Kreisjugendamtselternbeirats hat gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Michael Hagenkamp aus Herbern eine Aktion gestartet, um die Arbeit der Erzieher und Erzieherinnen in den Kitas zu würdigen. Kreisweit wurden in den Tageseinrichtungen Postkarten verteilt, die die Kinder nun fantasievoll gestalten und – mit Hilfe der Eltern – mit Dankesworten versehen. Überreicht werden sollen diese am 14. Mai – das ist der offizielle bundesweite „Tag der Kinderbetreuung“ – bei zentralen Veranstaltungen in Herbern und Havixbeck. Kleine Geschenke soll es dann auch noch geben – von der Eymann-Sauna in Münster gestiftete Tagesgutscheine. Henneböhl: „Wir haben ein buntes Programm vorbereitet. Die Erzieherinnen und Erzieher sollen es genießen, einmal im Mittelpunkt zu stehen.“ Sie hofft, dass möglichst viele die Einladung annehmen.

Mittwoch, 02.05.2018, 06:58 Uhr

Kreis Coesfeld: Erziehern „einfach mal Danke sagen“
Geraldine Henneböhl aus Havixbeck ist Vorsitzende des Elternbeirates beim Kreisjugendamt. Gemeinsam mit ihrem Vorstandskollegen hat sie die Aktionen initiiert, die in Herbern und Havixbeck stattfinden. Foto: Detlef Scherle

Henneböhl weiß, wie schwer es die Erzieher, Tageseltern und Kinderpfleger tagtäglich haben, einen guten Job zu machen – gerade auch unter den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, unter der Last von Überbelegung und Personalmangel. „Wir wissen unsere Kinder gut betreut“, betont sie. „Und dafür gebührt den Erzieherinnen und Erzieher unser Dank und unsere Anerkennung.“

Gleichzeitig soll die Aktion, die von 15 bis 18 Uhr öffentlich unter freiem Himmel stattfindet (in Havixbeck in der Hauptstraße, in Herbern steht der genaue Ort noch nicht fest) auch einen politischen Akzent setzen. „Wir möchten mit dem Aktionstag den Stellenwert familienunterstützender Bildung, Betreuung und Erziehung verdeutlichen“, erklärt Henneböhl. Denn vieles liege da im Argen. Momentan könnten die Kinder eigentlich nur betreut werden – die frühkindliche Bildung komme viel zu kurz.

Besonders beschäftigt die Eltern die Personalnot und die Überbelegung in den hiesigen Einrichtungen. So seien Eltern in den vergangenen Monaten in Kitas bei personellen Engpässen schon gebeten worden, nach Möglichkeit die Kinder doch wieder mit nach Hause zu nehmen und selbst zu betreuen, berichtet sie.

Als sehr problematisch und nicht ausreichend wird auch die Kita-Finanzierung angesehen. „Wir wollen eine Änderung der Kibiz-Pauschalen erreichen“, so Henneböhl. Es müsse Pauschalen pro Gruppe und Kindergarten geben – und nicht pro Kind.

Die Eltern plädieren auch für den Ausbau der Randzeitenbetreuung – und zwar weit über das Maß hinaus, dass der Kreistag anstrebt. „Ein Kindergarten pro Gemeinde, der länger geöffnet hat, reicht nicht aus“, meint sie. Da gebe es ja dann gar keine Auswahlmöglichkeit mehr – zum Beispiel was die pädagogische und konfessionelle Ausrichtung angeht. „Jede Kita müsste zumindest von 7 bis 17 Uhr offen haben.“

Etwas bewegen zu wollen, war ihre Motivation, sich in den Jugendamtselternbeirat wählen zu lassen. Sie will sich dort – nicht zuletzt im Sinne der Kinder – vor allem auch für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Erzieher einsetzen: „Die machen einen tollen Job, können ihn aber gar nicht richtig ausleben, weil sie nur betreuen.“ www.jaeb-kreis-coesfeld.de

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