Do., 28.06.2018

Kreis Coesfeld Bündnis warnt vor steigenden Mieten

Kreis Coesfeld: Bündnis warnt vor steigenden Mieten

Die Pläne reichen nicht aus: 33 % weniger neue Wohnungen als vor einem Jahr sind 2017 im Kreis Coesfeld gebaut worden. Foto: William Diller

Kreis Coesfeld. Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Kreis Coesfeld sind im vergangenen Jahr 787 Neubauwohnungen entstanden – 365 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit 33 Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Vorjahr. Dabei müssten es eigentlich viel mehr sein, um den künftigen Bedarf zu decken, mahnt das Bündnis Wohnen, in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Es beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Von Allgemeine Zeitung

Insgesamt haben die Bauherren im Kreis Coesfeld demnach im vergangenen Jahr 186,7 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Coesfeld seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreiset“, sagt Sven Bönnemann (IG BAU).

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich nicht einmal 285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375 000 pro Jahr.

„Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Nordrhein-Westfalen noch bundesweit aus“, so Bönnemann.

Das Bündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und auch die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum. Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“.

„Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Bönnemann.

Auch das Wohneigentum im Kreis Coesfeld müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau.

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