Do., 13.06.2013

Gegen Waffenexporte Erschreckende Fakten

Den Bestsellerautor Jürgen Grässlin (2. v. l.) begrüßten in Nottuln (v. l.): Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein (Friedenskreis Havixbeck), Walter Mertens (Aktionskreis Joao Pessoa) und Robert Hülsbusch (Friedensinitiative Nottuln).

Den Bestsellerautor Jürgen Grässlin (2. v. l.) begrüßten in Nottuln (v. l.): Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein (Friedenskreis Havixbeck), Walter Mertens (Aktionskreis Joao Pessoa) und Robert Hülsbusch (Friedensinitiative Nottuln). Foto: Leonie Lütke Drieling

Nottuln/Havixbeck - 

Jürgen Grässlin gilt als einer der profiliertesten Rüstungskritiker Deutschlands. Nun war er zu Gast in Nottuln – und brachte erschreckende Fakten mit.

Von Leonie Lütke Drieling

„Unsere Politiker beschwören den Frieden und betreiben den Krieg.“ – Ein Zitat aus dem „Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient“ von Jürgen Grässlin . Der Bestsellerautor stellte sein neues Buch am Mittwochabend auf Einladung der Friedensinitiative Nottuln , des Friedenskreises an der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck und des Nottulner Aktionskreises Joao Pessoa im Nottulner Pfarrheim vor.

Jürgen Grässlin deckt in seinem Buch interessante und erschreckende Fakten auf. So stellt er beispielsweise dar, dass die deutsche Waffenfirma Heckler und Koch, die unter anderem das auch bei der Bundeswehr zum Einsatz kommende Maschinengewehr G3 herstellt, in illegale Waffenexporte mit Mexiko verwickelt ist oder dass deutsche Rüstungsunternehmen – Rheinmetall, Thyssen-Krupp, Krauss-Maffei, Wegmann, Diehl – Waffen an Diktatoren nach Saudi-Arabien oder in afrikanische Länder exportieren.

„Alle Waffenexporte müssen von der Bundesregierung abgesegnet werden. Frau Merkel weiß, dass deutsche Waffen Diktatoren im Ausland unterstützen. Aber sie sagt, dass die Unterdrückten gegen die Diktatoren ankämpfen sollen wie im arabischen Frühling. Da stimmt doch irgendetwas nicht, oder?!“, kritisierte Grässlin die deutsche Politik stark. Deutschland gehöre mit den USA und Russland zu den drei größten Waffenexporteuren weltweit.

„Wohin werden die deutschen Waffen exportiert? In Länder mit einer sehr schlechten Menschenrechtslage“, erklärte Grässlin. Außerdem besäßen einige Länder wie Saudi-Arabien ein Nachbaurecht für das G3 und das G36, beide von Heckler und Koch. Dass die Gewehre von Saudi-Arabien nicht in andere Länder reexportiert werden – diese Zusicherung gebe es nur auf dem Papier. „Alles Lug und Trug. Auf der Rüstungsmesse in Arabien wird das G36 for export beworben“, so Jürgen Grässlin. 63 Prozent der Kriegsopfer stürben durch Gewehre – eine alarmierende Zahl. Dabei seien laut einer Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2011 78 Prozent der Bundesbürger gegen den Export von Waffen und anderen Rüstungsgütern.

„Was kann man gegen diese Waffenexporte tun?“ Eine Frage die bei der Diskussion aufkam. „Jeder fängt bei sich selber an – mit einen Bankwechsel, denn auch Banken unterstützen die Rüstungsindustrie mit Milliarden“, lautete die Antwort von Jürgen Grässlin.

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