Do., 19.09.2013

„Juniorwahl“ am Gymnasium Schüler geben ihre Stimmen ab

Geben ihre Stimmen für die „Juniorwahl“ ab: Rike Plenter, Anna Lauen und Rieke Preuß (von links) aus der Klasse 9c des Gymnasiums.

Geben ihre Stimmen für die „Juniorwahl“ ab: Rike Plenter, Anna Lauen und Rieke Preuß (von links) aus der Klasse 9c des Gymnasiums. Foto: Heidrun Riese

Ochtrup - 

Am Sonntag (22. September) dürfen die meisten von ihnen noch keine Kreuzchen machen. Umso spannender ist für rund 450 Schüler des Ochtruper Gymnasiums die Teilnahme an der „Juniorwahl“. Bei dem bundesweiten Projekt wird eine Wahl simuliert, zum Beispiel die am Sonntag anstehende Bundestagswahl.

Von Heidrun Riese

Erststimme für die Grünen und Zweitstimme für die SPD? Oder doch lieber ein Kreuzchen bei der CDU? Für die meisten der rund 450 Schüler des Ochtruper Gymnasiums, die am bundesweiten Projekt „Juniorwahl“ teilnehmen, ist das Voting eigentlich nicht mehr als ein Spiel. Nur ganz wenige von ihnen sind bereits wahlberechtigt. Die Stimmen, die sie in dieser Woche in dem zum Wahllokal umfunktionierten Klassenzimmer abgeben, zählen am Sonntag (22. September) nicht. Aber trotzdem überlegen die Jugendlichen ganz genau, wo sie den Stift auf ihrem Wahlzettel zum Einsatz kommen lassen.

Wem Rike Plenter, Anna Lauen und Rieke Preuß aus der Klasse 9c ihre Stimmen gegeben haben, bleibt geheim. Denn die „Juniorwahl“, die am Gymnasium von ihrem Klassenlehrer Tobias Krickau durchgeführt wird, läuft genau wie das echte Voting ab – nur eben ein paar Tage früher.

„Alle wahlberechtigten Schüler – das sind die der Klassen sieben bis neun sowie die der ersten beiden Oberstufenjahrgänge – erhalten erstmal eine Wahlbenachrichtigung“, erklärt Tobias Krickau. Mit der geht es ins Wahllokal, wo Schüler seiner Klasse die Aufgaben der Wahlhelfer übernehmen. Sie händigen die Stimmzettel aus und erklären bei Bedarf, was genau zu tun ist. „Die Jüngeren haben häufiger Fragen als die Älteren“, stellt Rieke Preuß fest. In der Wahlkabine dürfen die Schüler dann ihre Kreuzchen machen, ohne dass ihnen jemand dabei über die Schulter schaut. Zum Schluss kommt der Stimmzettel in die Urne.

Das Wählen ist eine Sache von Minuten, die eigentliche Arbeit steckt in der Vorbereitung. Wahlverfahren, Wahlsystem, Wahlgrundsätze – all das wird im Unterricht behandelt. „Manche Klassen analysieren auch die Programme der Parteien“, berichtet Tobias Krickau. Ihre Meinung bilden sich die Schüler aber vor allem in der Freizeit – und das ganz bewusst. „In den Nachrichten bekommt man immer einiges von den Wahlen mit“, sagt Anna Lauen. „Aber ohne das Projekt hätte ich mich bestimmt nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt.“ Auch Rike Plenter gibt zu: „Wenn wir nicht bei der ,Juniorwahl‘ mitgemacht hätten, hätte ich mir nicht so viele Gedanken über die Bundestagswahl gemacht.“

Damit hat das Projekt sein Ziel bei den drei Mädchen aus der 9c erreicht, und sicherlich auch bei vielen anderen Teilnehmern. Rike Plenter, Anna Lauen und Rieke Preuß haben sich jedenfalls fest vorgenommen: Wenn sie wahlberechtigt sind, dann wollen sie unbedingt mitbestimmen.

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