Do., 26.09.2013

Altkleider-Container aufgestellt Dubiose Sammler

Seit Dienstag steht dieser Container am Orkotten (links). Die Verantwortlichen für die Sammelbehälter bleiben im Verborgenen.

Seit Dienstag steht dieser Container am Orkotten (links). Die Verantwortlichen für die Sammelbehälter bleiben im Verborgenen. Foto: Meyer

Telgte - 

Am Dienstagmorgen ist am Orkotten, an der Seite des Kaufparks, ein Altkleidercontainer aufgestellt worden. Für den Unbeteiligten wenig aufsehenerregend, ist der Vorgang bei näherer Betrachtung durchaus interessant. Es besteht der Verdacht, dass der Container dort illegal aufgestellt wurde.

Von Björn Meyer

Am Dienstagmorgen ist am Orkotten, an der Seite des Kaufparks, ein Altkleidercontainer aufgestellt worden. Für den Unbeteiligten wenig aufsehenerregend, ist der Vorgang bei näherer Betrachtung durchaus interessant. Es besteht der Verdacht, dass der Container dort illegal aufgestellt wurde. Ein Einzelfall wäre das nicht. Wie bereits bei einem, vor einigen Wochen unerlaubterweise auf einem Privatgrundstück positionierten Container, weist auch dieses Exemplar per Aufkleber auf die Firma „KSB“ hin. Die hat ihren Sitz angeblich in Berlin. Telefonisch erreichen lässt sich am Firmensitz jedoch nur ein Anrufbeantworter – trotz mehrfacher Versuche der Redaktion. Auch im Berliner Handelsregister war die Firma auf WN-Anfrage nicht ausfindig zu machen.

Dafür aber finden sich im Internet zahlreiche Beschwerden über die KSB. Gemein haben sie fast alle eins: Die Firma ist für niemanden greifbar. Ausgeladen wurde der Container am Dienstagmorgen aus einem Lkw mit einem Korbacher Nummernschild. Korbach liegt in Hessen, also durchaus ein paar Kilometer von Berlin entfernt. Auf Nachfrage unserer Zeitung gab sich der Fahrer vor Ort ahnungslos. Er habe einen Auftrag, sagte er, nachdem er, offenbar als Beweis seiner Arbeit, ein Foto des Containers gemacht hatte. Auf die Frage, ob er denn vorhabe, noch weitere Container in Telgte aus seinem Lkw auszuladen antwortete er: „Heute nicht.“

Die Stadt kann, weil Privatgrund, nichts gegen das Aufstellen unternehmen. Tätig werden kann aber die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf. Gesetzlich nämlich sind die Firmen nach Aussagen der AWG verpflichtet, ihre Sammlungen anzumelden. „Geschieht dies nicht, steht der Container dort illegal und kann von uns abgeholt werden“, so Andreas Meschede von der AWG. So war es auch im Fall einer Telgter Bürgerin. Ihr hatte man den Container neben ihre Garage gestellt, die sich nahe des K+K Marktes befindet.

Bei der AWG will man den Vorgang der neuerlich aufgestellten Container nun prüfen. Sollten diese nicht angemeldet sein, werden sie wohl entfernt. Dabei interessiert es nicht, ob die jeweiligen Firmen mit den Grundstückseigentümern eine Vereinbarung getroffen haben oder nicht. Eine Anmeldung muss in jedem Fall erfolgen.

Zudem hofft Andreas Meschede auf eine Sensibilisierung der Bürger: „Solange Bürger etwas in diese Container hineinwerfen, können dubiose Firmen profitieren. Es geht hier eindeutig um Gewinnmaximierung.“

Darunter zu leiden haben vor allem die caritativen Dienste, wie etwa die Malteser. Ihnen fallen durch die anderen aufgestellten Container Altkleider weg. „Das ist absolut ärgerlich“, findet daher Heinz Loddenkötter, Stadtbeauftragter der Malteser. Er appelliert daher an die Bürger, genau zu prüfen, von wem der jeweilige Container stammt.

Nicht selten aber geschieht genau das nicht. Der mittlerweile abgeholte Container am K+K-Markt war binnen weniger Tage gut gefüllt.

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