Mi., 11.05.2016

Energie Eon schätzt Kosten für Atom-Kompromiss auf zehn Milliarden

Das Logo des Energiekonzerns Eon SE in Essen.

Das Logo des Energiekonzerns Eon SE in Essen. Foto: Rolf Vennenbernd

Essen (dpa) - Deutschlands größter Energiekonzern Eon schätzt seinen Kostenanteil am Kompromissvorschlag der Atomkommission auf rund zehn Milliarden Euro. Das sagte Eon-Finanzchef Michael Sen am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen begrüße aber grundsätzlich die Einigung zum Atomausstieg und wolle die weiteren Verhandlungen auf der Basis des Kommissionsvorschlages führen, betonte Sen.

Von dpa

Eine solche Summe, die bisher nur grob geschätzt sei, bedeute aber enorme Belastungen. Als Folge müssten Zukunftsinvestitionen möglicherweise gestreckt werden «oder wir müssen uns anderer Mittel bedienen, um Kapital in das Unternehmen zu holen», sagte Sen. Möglich seien auch «Verkäufe von Randthemen» im Konzern.

Das Unternehmen sei in der Lage, diese Summe aufzubringen, aber natürlich werde das Eigenkapital geschmälert und damit möglicherweise das Rating. Eon dringe darauf, neben einem Gesetz zur Finanzierung der Atomlasten auch einen direkten Vertrag mit dem Bund abzuschließen, um mehr Rechtssicherheit zu gewinnen, sagte Sen.

Die Regierungskommission hatte Ende April vorgeschlagen, dass die vier Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2022 rund 23,3 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll managen würde. Im Gegenzug soll der Staat die Haftung für die Zukunft übernehmen.

Anfangs hatten die vier Atomkonzerne die Vorschläge der Kommission in gleichlautenden Erklärungen abgelehnt. Die Unternehmen würden «über ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hinaus» belastet, hieß es darin. Die Konzerne hatten sich allerdings schon in dieser ersten Erklärung eine abschließende Bewertung vorbehalten.

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