Mi., 11.05.2016

Umwelt Dienstwagen-Check: NRW-Minister schneiden schlecht ab

Hannelore Kraft (SPD) steigt aus einem Dienstwagen.

Hannelore Kraft (SPD) steigt aus einem Dienstwagen. Foto: Michael Reichel

In kaum einem anderen Bundesland verpesten Minister-Dienstwagen die Luft stärker als in NRW. Ausgerechnet der Wagen der Landeschefin ist laut Umwelthilfe die größte «Dreckschleuder». Ausgerechnet? Nein, nein, das hat seinen guten Grund, verteidigt sich die Staatskanzlei.

Von dpa

Berlin/Düsseldorf (dpa/lnw) - Trotz Regierungsbeteiligung der Grünen haben Nordrhein-Westfalens Minister-Dienstwagen im Öko-Vergleich noch schlechter abgeschnitten als im Vorjahr. Das ergibt sich aus einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Zwar habe sich der Ausstoß der rot-grünen Flotte um 4 Gramm auf 158 Gramm Kohlenstoffdioxid pro gefahrenen Kilometer verringert. Doch im direkten Bundesvergleich rutscht NRW einen Rang ab auf Platz 14.

Wie bereits im vergangenen Jahr bemängelt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation vor allem die Dienstwagen der Landeschefin und des Innenministers. Mit einem CO2-Ausstoß von 268 Gramm/Kilometer fahre Hannelore Kraft (SPD) den «schmutzigsten» Dienstwagen aller Landeschefs (Mercedes-Benz S600). Auch Innenminister Ralf Jäger (SPD) sei demnach mit einem besonders umweltunfreundlichen Auto unterwegs (Audi A8 4.0 TFSI L quattro).

Die schlechten Werte haben aber einen sehr guten Grund, verteidigt sich - wie bereits im vergangenen Jahr - die Staatskanzlei. Beide Politiker müssten besondere Automodelle nutzen. «Ohne den aus Sicherheitsgründen zwingend vorgegebenen Sonderschutz würden die Ministerpräsidentin und der Innenminister jeweils kleinere Modelle mit entsprechend geringerem CO2-Ausstoß nutzen», erklärte eine Sprecherin.

«Bei den Landesregierungen ist ein langsamer Wechsel hin zu weniger durstigen Dienstwagen nur teilweise erkennbar», kritisiert die Umwelthilfe. Auf dem letzten Platz des DUH-Rankings landet Bayern - die dortige Staatskanzlei hatte die Auskunft über Horst Seehofers (CSU) Dienstwagen gleich gänzlich verweigert. Die DUH klagt nun auf Veröffentlichung der Werte.

Von Januar bis April 2016 befragte die DUH insgesamt 231 Bundes- und Landespolitiker zu ihren Dienstwagen. Das Ranking stützt sich auf die offiziellen Hersteller-Angaben zu den CO2-Ausstößen.

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