Do., 12.05.2016

Verkehr Urlaubsstart im Stau: Navi bringt nicht viel

Autos stehen auf der Autobahn A3 bei Leverkusen im Stau.

Autos stehen auf der Autobahn A3 bei Leverkusen im Stau. Foto: Marius Becker

Kein Kurzurlaub ohne Stau-Hürde: An Pfingsten kommt es wieder richtig dicke. Viele werden wohl wieder das Weite suchen. Und erstmal im Stau stehen. Stauumfahrung mit Navi bringt da auch nix, sagt der Experte. Die anderen machen das nämlich auch.

Von dpa

Duisburg (dpa/lnw) - Wer es am Freitag ohne Stau in den Kurzurlaub schafft, kann sich glücklich schätzen: Erneut erwarten Experten zum Start ins lange Pfingstwochenende den verkehrsreichsten Tag des ganzen Jahres - und zwar bundesweit. «Der Urlaubsverkehr kollidiert mit dem Berufsverkehr», erklärt Verkehrsforscher Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen das Phänomen. Betroffen sind vor allem die Fern-Autobahnen mit den einstelligen Ziffern. «Die Leute machen momentan mehr Urlaub, weil es ihnen gut geht.» 2009 war es andersrum. «Da gab es praktisch keine Staus auf diesen Strecken aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage.»

Wer nun denkt, er könne mit Navi den Stau umfahren, liegt falsch. «Insgesamt gibt es mehr Staus durch Navis, weil Staus jetzt auch auf Strecken entstehen, auf denen vorher nichts los war», sagt der Forscher. «Es haben so viele Menschen Navis, da bringt die Umfahrung auch nichts mehr.»

Und wer nicht anders kann, als Freitagnachmittag loszufahren? «Man sollte Brennpunkte meiden und nicht zur Berufsverkehrszeit fahren», rät der Experte. «Mein Tipp wäre: Einfach später losfahren, so dass man nicht in Köln, Frankfurt, Hamburg oder München mit dem Berufsverkehr kollidiert.»

Schreckenberg rechnet in Zukunft noch mit einer Zunahme des Verkehrs: «Der niedrige Kraftstoffpreis führt dazu, dass die Leute mehr Auto fahren. Auch die immer höhere Beschäftigung sorgt für mehr Verkehr, weil viele mit dem Auto zur Arbeit fahren.» Der Lkw-Verkehr nehme ebenfalls zu, und zwar um rund zwei Prozent pro Jahr.

Staus hätten in den vergangenen Jahren ihren Charakter verändert. «Durch die Navigationsgeräte haben wir eine Verlagerung. Wir haben nicht mehr die einsamen Megastaus.» So sei in einer Studie beobachtet worden, dass etwa 44 Prozent der Fahrer von der Autobahn runterfahren, wenn der Navi einen Stau anzeige. Es gebe aber auch die 14 Prozent, die gezielt in Staus reinfahren. «Sie denken, dass die anderen alle runterfahren.»

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