Fr., 13.05.2016

Prozesse Auschwitz-Prozess nach Befangenheitsantrag unterbrochen

Detmold (dpa/lnw) - Der Detmolder Auschwitz-Prozess ist am Freitag nach einem Befangenheitsantrag überraschend unterbrochen worden. Der Anwalt einer Nebenklägerin machte den Berufsrichtern schwere Vorwürfe, weil das Gericht einen aus den USA angereisten Auschwitz-Überlebenden nicht als Zeugen vernehmen wollte. Das Gericht hatte die Ablehnung nach fast einstündiger Beratung verkündet.

Von dpa

Die Vorsitzende Richterin Anke Grudda begründetet dies damit, dass es keiner weiteren Beweise für die großen Qualen bedürfe, die die Opfer in den Gaskammern von Auschwitz erlitten hätten. Nicht alle Nebenkläger schlossen sich dem Befangenheitsantrag an. Vielmehr äußerten weitere Nebenklägervertreter und die Staatsanwaltschaft ihr Unverständnis über den Antrag. Die Kammer muss jetzt unter Ausschluss der abgelehnten Berufsrichter bis zum nächsten Verhandlungstag am 20. Mai über den Befangenheitsantrag beraten.

Angeklagt ist der 94-jährige ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning. Er muss sich wegen Beihilfe zum Mord an Hunderttausenden Juden im Vernichtungslager Auschwitz verantworten.

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