Mo., 23.05.2016

Chemie Bayer-Gebot für Monsanto kann Aktionäre nicht überzeugen

Ein Bayer-Logo an der Konzernzentrale in Leverkusen.

Ein Bayer-Logo an der Konzernzentrale in Leverkusen. Foto: Julian Stratenschulte

Frankfurt/Main (dpa) - Bayers Kaufangebot für Monsanto hat am Montag zunächst reichlich Kopfzerbrechen bei den Anteilseignern des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns hervorgerufen. Die Sorgen drehten sich dabei um den Kaufpreis, den viele Experten als zu hoch empfinden, sowie um dessen Finanzierung.

Von dpa

Die gebotenen 122 US-Dollar je Aktie des US-Agrarchemie-Spezialisten summieren sich inklusive der Unternehmensschulden auf 62 Milliarden Dollar - laut Bayer ein Aufschlag von 37 Prozent auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie vor zwei Wochen. Das sei «für ein erstes Angebot ein recht hoher Preis», kommentierte ein Börsenhändler. Er habe mit einem um 2 Dollar niedrigeren Preis je Aktie gerechnet, ergänzte Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff.

Entsprechend ging es für die Bayer-Titel, die bereits in der Vorwoche unter ersten Berichten an einem Monsanto-Interesse gelitten hatten, weiter bergab: Sie sanken bis auf 86,30 Euro, was den niedrigsten Stand seit Oktober 2013 bedeutete. Gegen Mittag konnten sie bei 87,14 Euro ihr Kursminus auf 2,68 Prozent zwar etwas eindämmen, blieben damit aber abgeschlagenes Schlusslicht im wenig bewegten Dax.

«Es könnte noch einiges passieren, bevor diese Transaktion durchgeht», warnte Wendorff. John Klein von der Privatbank Berenberg glaubt, dass die Amerikaner die Offerte zunächst als zu niedrig ablehnen und etwa auf ein Gegenangebot von BASF spekulieren könnten.

Auch laut Ulrich Huwald vom Analysehaus Warburg bleibt abzuwarten, ob der gebotene Preis die Amerikaner zufrieden stellt. Er sieht das Risiko einer teuren Übernahmeschlacht, falls noch weitere Kaufinteressenten auf den Plan treten sollten. Dass Bayer den Kauf zu einem Viertel über eine Kapitalerhöhung finanzieren will, schmeckte Huwald ebenfalls nicht. Jasper Lawler vom Broker CMC Markets befürchtet, dass sich die konservativen Bayer-Aktionäre ebenso wie die zuständigen US-Wettbewerbsbehörden quer stellen könnten.

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