Mo., 23.05.2016

Chemie Bayer will Monsanto-Übernahme ohne Verkäufe eigener Teile stemmen

Eine Umweltaktivistin trägt ein Schild mit der Aufschrift «Monsanto».

Eine Umweltaktivistin trägt ein Schild mit der Aufschrift «Monsanto». Foto: Patrick Pleul

Leverkusen/St. Louis (dpa) - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf eigener Unternehmensteile stemmen. Solche «Portfolio-Maßnahmen» seien für die Finanzierung des 62 Milliarden US-Dollar (55,23 Mrd Euro) schweren Angebots für den amerikanischen Agrarchemie-Spezialisten Monsanto nicht geplant und notwendig, sagte Bayer-Chef Werner Baumann am Montag bei einer Telefonkonferenz. Die Verschuldung dürfte vorübergehend ansteigen. Zudem sei eine Kapitalerhöhung geplant.

Von dpa

Mit dem am Morgen offiziell vorgestellten Übernahmeangebot würde Bayer zum weltweit größten Hersteller landwirtschaftlicher Chemie aufsteigen. Der Konzernumsatz würde so auf rund 60 Milliarden Euro (bisher: 46,3 Mrd) zulegen, die Zahl der Mitarbeiter auf fast 140 000 (bisher: knapp 117 000) klettern.

Am Donnerstag hatten die beiden Konzerne nach vorangegangenen Spekulationen Gespräche bestätigt. Zum aktuellen Angebot hat sich Monsanto bisher aber nicht geäußert. Bayer zeigte sich von der industriellen Logik der Übernahme überzeugt.

Die Offerte sei «sehr attraktiv», betonte Baumann. Man erwarte nun gespannt die Antwort der Monsanto-Führung. Der US-Konzern hatte in der vergangenen Woche von einem unaufgeforderten Angebot gesprochen. Der Hauptsitz des Bayer-Agrarchemie-Geschäfts soll in Monheim bleiben, das Saatgut-Geschäft in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) angesiedelt werden.

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