Di., 24.05.2016

Kriminalität Dechant kritisiert Schweigen der Landespolitik zu Prügeltod

Dechant Wolfgang Picken (M) bei der Trauerfeier für Niklas.

Dechant Wolfgang Picken (M) bei der Trauerfeier für Niklas. Foto: Henning Kaiser

Bonn (dpa/lnw) - Nach dem Tod des 17-jährigen Niklas in Bonn kritisiert der ortsansässige Dechant Wolfgang Picken die Haltung der Landesregierung. Er sei überrascht gewesen, dass es keine Stellungnahme gegeben habe, sagte Picken am Dienstag im Stadtteil Bad Godesberg. Der Pfarrer hatte am vergangenen Samstag den Trauergottesdienst für Niklas geleitet. Der 17-Jährige war nach einer Prügelattacke Anfang Mai an seinen Verletzungen gestorben, ein 20-Jähriger sitzt als mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die «Bild»-Zeitung über die Kritik berichtet.

Von dpa

«Meine Sorge ist es, dass das ganze politisch unter den Tisch fällt», sagte Picken. Die Verantwortung für die innere Sicherheit liege nicht in Bonn, sondern bei der Landespolitik. «Wenn wir Konsequenzen wollen, brauchen wir den politischen Willen und auch die finanziellen Mittel aus Düsseldorf, beispielsweise für Präventionsmaßnahmen in Schulen.»

Zum Gedenken an den Schüler hat sich die katholische Gemeinde in Bad Godesberg dazu entschieden, den für Fronleichnam (26. Mai) geplanten Prozessionsweg zu ändern: Der christliche Umzug wird nun am Tatort der Prügelattacke vorbeiführen.

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