Fr., 27.05.2016

Kriminalität Anwälte von Auschwitz-Überlebenden: Ex-SS-Mann zeigt keine Reue

Reinhold Hanning.

Reinhold Hanning. Foto: Bernd Thissen

Insgesamt 57 Auschwitz-Überlebende und ihre Angehörigen sind im Detmolder Auschwitzprozess gegen einen ehemaligen SS-Wachmann als Nebenkläger vertreten. Wie ihre Anwälte die Rolle des Angeklagten bewerten, tragen sie ab Freitag in ihren Plädoyers vor.

Von dpa

Detmold (dpa/lnw) - Im Detmolder Auschwitz-Prozess haben die Nebenklägeranwälte dem früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning Unglaubwürdigkeit und fehlende Reue vorgeworfen. In seinem Schlusswort am Freitag bezeichnete Nebenkläger-Vertreter Thomas Walther die schriftliche Erklärung des 94-jährigen Angeklagten im Prozess als substanzlos. «Aus der Sicht der Nebenkläger wird der Versuch unternommen, sich mit untauglichen Mitteln aus jeglicher Verantwortung heraus zu reden», sagte Walther. Sein Kollege Rechtsanwalt Cornelius Nestler betonte, Hanning sei kein einfacher Befehlsempfänger gewesen, sondern habe als SS-Unteroffizier eine hervorgehobene Stellung in der Vernichtungsmaschinerie von Auschwitz gehabt.

Hanning hatte über seine Anwälte angegeben, von anderen zur SS gedrängt und nur wegen einer Kriegsverletzung in Auschwitz gelandet zu sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mordbeihilfe in weit mehr als 100 000 Fällen vor. Hanning habe als Wachmann der SS am Vernichtungszweck des Lagers mitgewirkt.

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