Mi., 19.10.2016

Kriminalität Nach Todesschuss der Polizei in Hagen: Hintergründe weiter unklar

Polizei Wuppertal übernimmt Ermittlungen zu Todesschuss in Hagen.

Polizei Wuppertal übernimmt Ermittlungen zu Todesschuss in Hagen. Foto: Jens Wolf

Zwei Menschen sterben innerhalb von 24 Stunden durch Polizeikugeln. Beide waren bewaffnet, beiden gegenüber sahen sich die Polizisten in einer Notlage.

Von dpa

Hagen/Wuppertal (dpa/lnw) - Nach dem tödlichen Polizeischuss auf einen bewaffneten Mann in Hagen sind die Gründe für dessen Macheten-Angriffe in einem Versicherungsbüro weiter unklar. Neue Erkenntnisse gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Polizei, die die Ermittlungen übernommen hat.

In Hagen hatte ein Mann am Vortag einen Kontrahenten mit einer Machete und einem langen Messer verfolgt. Als der 34-Jährige die Waffe trotz Aufforderung und Androhung eines Schusses nicht niederlegen wollte, drückte eine Polizeibeamtin ab. Der Mann wurde tödlich verletzt. Es ist üblich, dass nach Schüssen von Polizisten Kollegen aus einer anderen Stadt ermitteln.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der 34-Jährige zunächst eine Angestellte in einer Versicherungsagentur mit der Machete verletzt. Dann griff er auch den Büroleiter an, als dieser dazwischenging. Der schwer verletzte 49-Jährige ergriff die Flucht und suchte Schutz in einem Imbiss, bis die alarmierte Polizei eintraf. Die sah sich dann mit dem Machetenmann konfrontiert.

In Moers am Niederrhein war es am Montagabend ebenfalls zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem ein mit einem Messer bewaffneter 48-Jähriger durch die Polizei erschossen wurde.

Nach den zwei tödlichen Schüssen macht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf die zunehmende Verbreitung von Waffen aufmerksam. Die Vorfälle zeigten auch die Brisanz des polizeilichen Alltags, sagte Michael Mertens, GdP-Vize in Nordrhein-Westfalen, der Deutschen Presse-Agentur. Die Beamten begegneten bei ihren Einsätzen häufiger Menschen, die mit einem Messer unterwegs sind.

Die Vorfälle nähmen zu, «dass Menschen sich bewaffnen und emotional hektisch reagieren». Die häufige Bewaffnung im Alltag komme vor in Gebieten, die geprägt seien von wenig Bildung, hoher Arbeitslosigkeit, großer Unzufriedenheit und kriminellen Bereichen.

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