Do., 01.12.2016

Prozesse Unfall durch Sekundenschlaf: Straßenbahnfahrer entlastet

Die Aufschrift «Landgericht Düsseldorf» am Gebäude des Landgerichtes.

Die Aufschrift «Landgericht Düsseldorf» am Gebäude des Landgerichtes. Foto: Martin Gerten

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach einem fatalen Sekundenschlaf ist das Verfahren gegen den Fahrer einer Straßenbahn vom Düsseldorfer Amtsgericht eingestellt worden. Der Mann verpflichtete sich im Gegenzug am Donnerstag, 600 Euro an einen Tierschutzverein zu zahlen.

Von dpa

Der Staatsanwalt war überzeugt davon, dass der Fahrer von seiner Schlafapnoe mit nächtlichen Atemaussetzern gewusst hatte und deshalb seine Ermüdung frühzeitig hätte bemerken müssen. Er war am Steuer eingenickt und mit der Bahn in zwei Autos gerauscht. Zwei Menschen waren bei dem Unfall verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl über 2400 Euro gegen den Mann erlassen. Dagegen hat sich der 63-Jährige nun erfolgreich gewehrt. Nach Angaben einer Gutachterin müssen die nächtlichen Atemaussetzer bei den Betroffenen nicht immer zu Tagesschläfrigkeit führen.

Nach Aussage des Angeklagten war die Schlafapnoe bei ihm erst nach dem Unfall festgestellt worden. «Ich habe vorher nie etwas gemerkt.» An den Unfall konnte er sich nur vage erinnern: «Ich weiß nur, auf einmal tauchte vor mir ein Auto auf und dann hat es fürchterlich geknallt», sagte der Angeklagte. Inzwischen ist er in Rente.

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