Do., 01.12.2016

Archäologie Forscher untersuchen geflutete Industrieruine

Forscher untersuchen geflutete Industrieruine.

Forscher untersuchen geflutete Industrieruine. Foto: Friso Gentsch

Im 19. Jahrhundert sollte der Eisenbahntunnel quer durch das Eggegebirge ein Vorzeigeprojekt werden, doch das Geld ging aus. Um mehr über diese gescheiterte Großbaustelle zu erfahren, tauchen Archäologen nun tief ein: Teile der Baustelle sind heute geflutet.

Von dpa

Willebadessen (dpa) - Um mehr über eine gescheiterte Großbaustelle des 19. Jahrhunderts zu erfahren, tauchen derzeit Archäologen mitten im Eggegebirge ab. Ein Team aus spezialisierten Unterwasserforschern untersucht erstmals geflutete Teile einer dortigen Tunnelbaustelle. Das frühe Eisenbahnprojekt sollte ab 1846 ein Vorzeigeprojekt modernster Ingenieurskunst werden, scheiterte jedoch schon bald nach Baubeginn. Die Eisenbahngesellschaft ging pleite, die bürgerliche Revolution 1848 hatte die Geldgeber zögerlich werden lassen.

Auch Erdrutsche und Wasser sollen den Bau des 600 Meter langen Tunnels quer durch den Gebirgszug Egge erschwert haben. Teile der Baustelle sind heute geflutet. Später entschied man sich für eine andere Streckenführung.

«Wir wollen mehr über dieses Scheitern erfahren und herausfinden, wie weit die Baustelle schon gediehen war», sagte der Kieler Archäologe und Unterwassertaucher Fritz Jürgens am Donnerstag. Gemeinsam mit seinem Kollegen Nils Wolpert von der Bodendenkmal-Abteilung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe koordiniert er das ehrenamtliche Projekt. Mit einem Team aus spezialisierten Tauchern machen sie noch bis Freitag Aufnahmen von dem zum Teil mehr als drei Meter unter Wasser stehenden Bergeinschnitt, der zum heute gesprengten Tunneleingang führt. Aus Fotos und Videos soll am Computer ein 3-D-Modell entstehen, das die Strukturen und Beschaffenheit der Industrieruine dokumentieren soll.

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