Mi., 13.06.2018

Prozesse Sechsjähriges Mädchen missbraucht: Viereinhalb Jahre Haft

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts.

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Uli Deck

Bonn (dpa/lnw) - Wegen Kindesmissbrauchs einer Sechsjährigen hat das Bonner Landgericht am Mittwoch einen 65-Jährigen aus Euskirchen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte die Enkelin einer langjährigen Freundin, auf die er zwei Tage lang aufpassen sollte, zweifach sexuell missbraucht. Zwei Wochen später hatte sich das Kind der Großmutter anvertraut. Die 47-Jährige zeigte den Mann an. Seit Dezember 2017 saß er in Untersuchungshaft.

Von dpa

Was die Großmutter des Mädchens, die seit sechs Jahren mit Angeklagten befreundet war, nicht wusste: Der 65-Jährige war bereits im Jahr 2003 - ebenfalls wegen Kindesmissbrauchs in zwei Fällen - zu sechs Jahren Haft verurteilt worden und hatte die Strafe bis zum Ende abgesessen.

Ohne sein sofortiges Geständnis hätte der Angeklagte eine bei weitem höhere Strafe bekommen, hieß es im Urteil. Damit habe er dem sehr jungen Kind einen Zeugenauftritt vor Gericht erspart. Im Prozess wurde die Vernehmung der Sechsjährigen bei der Polizei als Videoaufzeichnung vorgespielt. Eine Gutachterin bestätigte die Glaubwürdigkeit der Aussage: «Diese Geschichte hätte sich das sexuell unerfahrene Mädchen nicht ausdenken können.» Der Angeklagte hat das Urteil sofort akzeptiert. Es ist bereits rechtskräftig.

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