Fr., 11.03.2016

Marcel Entrup verkörpert bei der Spielschar Darfeld die außergewöhnlichen Charaktere „Verrückte Rollen sind spannend“

Marcel Entrup verkörpert bei der Spielschar Darfeld die außergewöhnlichen Charaktere : „Verrückte Rollen sind spannend“

Foto: az

Rosendahl. Seine schauspielerischen Wurzeln liegen auf der Freilichtbühne in Coesfeld, mittlerweile spielt Marcel Entrup zum zweiten Mal beim plattdeutschen Theater in Darfeld mit. Mit dem 29-jährigen Coesfelder sprach unser Redaktionsmitglied Frank Wittenberg über die Unterschiede zwischen großer und kleiner Bühne und die Fähigkeit, in außergewöhnliche Rollen einzutauchen.

Von Allgemeine Zeitung

Marcel Entrup, was war Ihr erster Gedanke, als die Anfrage von Heinz Schwering kam, in Darfeld plattdeutsches Theater zu spielen?

Marcel Entrup: Muss ich jetzt die Sprache lernen? Dann hätte ich aber passen müssen. Ich verstehe das meiste davon, sprechen kann ich es aber nicht. Heinz hat mich aber schnell beruhigt, denn es war eine hochdeutsche Rolle.

Hochdeutsch, aber völlig abgefahren. Erst der Guru in „Nix äs Nonnen“, jetzt der Modemacher Siegfried Roy Toby in „Miss Sophies Ärfschaft“ – sind Sie der Experte für die völlig verrückten Rollen?

Entrup: Vielleicht hat Heinz Schwering mich gerade deshalb geholt, weil ich eine gewisse Erfahrung mitbringe. Dann macht es einem weniger aus, sich so auf der Bühne zu präsentieren.

Stichwort Erfahrung: Die haben Sie reichlich auf der Freilichtbühne in Coesfeld gesammelt.

Entrup: Ja, ich habe 1997 mit zehn Jahren erstmals bei „Oliver Twist“ mitgespielt. Über Erika Benson bin ich dazu gekommen. Danach hörte das nicht mehr auf. Ich habe den „Pinocchio“ gespielt oder den Tommi in „Pippi Langstrumpf“. Später war ich auch in einigen Erwachsenenstücken wie „Dracula“ oder „Hair“ dabei.

Über die Bühne kam auch der Kontakt zu Heinz Schwering zustande?

Entrup: Genau. In „Peterchens Mondfahrt“ war ich der Peter und Heinz der Sumsemann. Das war eines der absoluten Highlights.

Dabei werden Sie wohl kaum damit gerechnet haben, einmal auf der plattdeutschen Bühne zu stehen, oder?

Entrup: Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Aber es hat sich so ergeben. Ausschlaggebend war, dass ich seit vielen Jahren mit Heinz befreundet bin. Von ihm wusste ich, dass er alles mit viel Liebe zum Detail angeht. Einige Stücke in Darfeld hatte ich vorher auch schon gesehen.

Lässt sich die „große“ Freilichtbühne mit der kleinen im Bahnhof Darfeld vergleichen?

Entrup: Das ist schwierig. Der größte Unterschied ist wohl der direkte Kontakt zum Zuschauer. Diese Atmosphäre eines kleinen Theaters hat sehr viel Charme. Und die Spielfreude in Darfeld ist toll. Für alle Beteiligten ist es eine intensive Zeit, ein Ausbruch aus dem Alltag. Gerade das Stück „Miss Sophies Ärfschaft“ finde ich einfach spannend, mit viel Biss und schwarzem Humor. Es gehört dazu, den Leute den Spiegel vorzuhalten.

Wie schwierig ist es, solche abgedrehten Rollen wie den Guru oder jetzt den Modemacher zu spielen?

Entrup: Es geht einfach darum, sich so gut wie möglich in die jeweilige Persönlichkeit hineinzuversetzen. Anstrengender empfinde ich die Rollen, in denen man lieb und nett sein muss. Für mich sind diese verrückten Rollen spannender . . .

Und die Kostüme . . ?

Entrup: Die sind in enger Absprache mit Heinz entstanden. Er hat zum Beispiel die Häschen-Puschen für den zweiten Akt besorgt – das sind nicht meine. Und das durchsichtige Cape hat Heinz selbst schon bei „Jesus Christ Superstar“ getragen. Das ist nostalgisch . . . 7 Die beiden letzten Aufführungen von „Miss Sophies Ärfschaft“ durch die Spielschar Darfeld stehen am Freitag (18. 3.) und Samstag (19. 3.) um 19.30 Uhr auf dem Programm.

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