Mi., 04.05.2016

Als Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde unterstützt Haifa Al Kazak Asylsuchende und Ehrenamtliche Helfen, mitfühlen und motivieren

Als Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde unterstützt Haifa Al Kazak Asylsuchende und Ehrenamtliche : Helfen, mitfühlen und motivieren

Die gebürtige Syrerin Haifa Al Kazak (Mitte) ist ab sofort hauptamtlich in der Betreuung der Flüchtlinge in Rosendahl zuständig – sehr zur Freude von Bürgermeister Christoph Gottheil (links) und Fachbereichsleiter Wolfgang Croner. Foto: Frank Wittenberg

Rosendahl. Ein Grundsatz steht für sie im Vordergrund: „Wenn die Flüchtlinge Hilfe benötigen, muss jemand da sein.“ Ehrenamtlich für die Menschen zur Stelle war Haifa Al Kazak schon in den vergangenen Monaten – ab sofort ist sie es auch ganz offiziell als Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Rosendahl. Ansprechpartnerin will die gebürtige Syrerin sein für die Asylsuchenden aus den Krisengebieten, organisieren, motivieren: „Auch der Kontakt mit den Ehrenamtlichen und den Bürgern ist mir wichtig.“

Von Frank Wittenberg

Ein Gewinn für alle Beteiligten, das steht für Bürgermeister Christoph Gottheil bereits jetzt fest. „Sie war ja schon vorher mittendrin statt nur dabei“, verweist er auf das ehrenamtliche Engagement der Darfelderin, die geradezu eine Idealbesetzung für die neu geschaffene und zunächst auf ein Jahr befristete Stelle in der Gemeindeverwaltung sei. Rund 15 Bewerbungen seien dafür eingegangen, erzählt Gottheil: „Haifa Al Kazak hat uns sehr überzeugt, auch mit ihren eigenen Vorstellungen.“

Seit fast 16 Jahren lebt die Syrerin in Deutschland. Damals ist sie nach ihrem Architektur-Studium nach Weimar gekommen, um ihre Doktorarbeit zu schreiben. „Das musste ich allerdings aus familiären Gründen abbrechen“, erklärt sie. In Münster und Hamburg war sie anschließend ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe tätig und machte sich als Dolmetscherin für die GGUA (Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender) unentbehrlich. Seit Oktober 2014 lebt sie in Darfeld – und ist auch da schnell zu einem wichtigen Stützpfeiler der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung geworden.

Ihr Engagement gießt sie nun in eine offizielle Stelle. „Sie soll das Bindeglied zwischen Rathaus und den vielen Ehrenamtlichen sein“, umreißt Christoph Gottheil das Anforderungsprofil. Vor allem aber wird Haifa Al Kazak in den Dingen des alltäglichen Lebens eine wichtige Unterstützung sein. „Sie schafft das Vertrauen bei den Flüchtlingen“, freut sich Wolfgang Croner, Leiter des Fachbereiches Kultur, Ordnung und Soziales. Weil Haifa Al Kazak neben ihrer arabischen Muttersprache auch fließend Deutsch und Englisch beherrsche, könne sie in vielen Situationen einen viel engeren Kontakt herstellen. „Sie kann noch besser mitfühlen“, weiß Croner. „Dadurch werden auch für uns die Schicksale und Bedürfnisse der einzelnen Flüchtlinge viel greifbarer.“

Da sein für die Menschen – keine Aufgabe, die sich in eine starre Arbeitszeit von 8 bis 16 Uhr fassen lässt. Da sein, das bedeutet Flexibilität und räumliche Nähe, betont der Bürgermeister. Aus diesem Grund wird Haifa Al Kazak nicht nur in ihrem Büro im Rathaus (Tel. 02547/77119) erreichbar sein, sondern auch zu Sprechstunden: montags von 14 bis 16 Uhr in der Bücherei an der Parkstraße in Holtwick, mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Haus der Begegnung in Darfeld. Und egal wann und wo, immer mit Herzblut: „Ich möchte einfach etwas Gutes für die Menschen tun.“

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