So., 08.05.2016

Die fünf Kinder der Familien Wolfert und Magnye stolpern über keine sprachlichen Hindernisse Lachen verbindet mehr als Vokabeln

Die fünf Kinder der Familien Wolfert und Magnye stolpern über keine sprachlichen Hindernisse : Lachen verbindet mehr als Vokabeln

Lachen verbindet: (unten von links) die Kinder Clémence (5), Lucie (7), Valentin (10), Henrike (9) und Laurenz (7) mit den Eltern (hinten von links) Thomas Wolfert, Sandrine Magnye, Christian Wolfert und Joel Magnye. Vor dem Abschied am Sonntagmorgen feierten die Familien noch den Geburtstag von Valentin. Fotos: fw Foto: az

Rosendahl. Vokabeln sind hier nicht so wichtig. Es ist vor allem das gemeinsame Lachen, das verbindet – und wer sich versteht, benötigt offenbar keine Sprache. „Fußball hilft“, lächelt Christiane Wolfert. „Und Spiele wie Looping Louie“, ergänzt Joel Magnye. Die Familien sind längst zu echten Freunden geworden, nicht zuletzt auch die Kinder: Henrike (9) und Laurenz (7) aus Osterwick, Valentin (10), Lucie (7) und Clémence (5) aus Entrammes.

Von Frank Wittenberg

Zum dritten Mal sind die Wolferts und die Magnyes bei der deutsch-französischen Partnerschaftsbegegnung dabei. „Wir haben uns vorher nicht gekannt“, verweist Christiane Wolfert auf eine gewisse Aufregung im Vorfeld. „Aber es hat sofort toll funktioniert.“ Der Kontakt beschränkt sich längst nicht nur auf die jährlichen Treffen zu Christi Himmelfahrt. „Wir schreiben uns per Mail und auch ganz klassisch per Brief“, erzählt Thomas Wolfert. Sprachliche Barrieren spielen keine Rolle. Ein bisschen Französisch, ein bisschen Deutsch, dazu etwas Englisch, vor allem aber ganz viel Spaß. „Die Kinder bekommen das auch super hin“, sagt Christiane Wolfert mit Blick auf die fünf Nachwuchshoffnungen der Partnerschaft. „Lucie und Henrike haben die Zoorallye in Osnabrück gemeinsam geschafft, obwohl sie sich eigentlich nicht unterhalten können.“

Diese Brücken bauen, das ist ein ganz wichtiger Aspekt der Partnerschaft, erklärt derweil Monika Klein in ihrer Ansprache. Denn schon immer seien Menschen auf der Flucht gewesen – 1795 die französischen Trappisten, die in Rosendahl Aufnahme und Schutz gefunden haben. „Auch heute sind viele Millionen Menschen auf der Flucht und haben ihre Heimat verloren“, betont die Vorsitzende des Rosendahler Partnerschaftsvereins. Über 200 davon seien in den drei Orten aufgenommen worden, und es gebe auch viele Mitglieder des Partnerschaftsvereins, die sich ehrenamtlich um die Belange dieser Schutzsuchenden kümmerten. „Vielleicht weil sie durch den Einsatz für die Partnerschaft gelernt haben, wichtige Werte wie Völkerverständigung, Offenheit, Neugierde, Empathie, Herzlichkeit sowie Solidarität und besonders auch Demut aktiv zu leben“, so Monika Klein. „Das ist großartig.“

Offen sein, mit anderen Menschen ins Gespräch kommen, diese positiven Erfahrungen haben auch die Familien Wolfert und Magnye während des Treffens 2016 gemacht. „Wir lernen dadurch nicht nur Franzosen kennen, sondern auch andere Rosendahler Familien“, erklärt Christiane Wolfert. Und sie lernen gegenseitig immer mehr Begriffe aus der Sprache der Freunde. Joel Magnye bescheinigt seinem Gastgeber Thomas Wolfert jedenfalls Fortschritte in Französisch: „Petit“ – klein, aber immerhin.

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