Fr., 27.05.2016

Rat gibt grünes Licht für Sonderbaufläche „Nicht bloß ein Hühnerstall“

Rosendahl. „Es wird so getan, als solle ein Hühnerstall verlagert werden“, monierte Martin Branse (SPD) in der Ratssitzung das geplante Bauvorhaben in Osterwick. Dabei handele es sich um eine „hochbrisante Anlage von großer Dimension“ – nur 240 Meter von der Bebauung am Klockenbrink entfernt.

Von Manuela Reher

Nach lebhafter Beratung entschied der Gemeinderat letztlich mit 14 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung, der Änderung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung einer Sonderbaufläche am Ludgerusweg in Osterwick zuzustimmen. Auch für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gaben die Politiker grünes Licht. Am Vorabend zum Feiertag blieben allerdings acht der 26 Ratsmitglieder der Sitzung fern.

Im Planbereich ist der Bau von drei Ställen für insgesamt 54 000 Tiere vorgesehen. Fachbereichsleiterin Anne Brodkorb betonte, dass es im Vorfeld in der Bevölkerung keinerlei Anregungen oder Bedenken zu diesem Bauvorhaben gegeben habe.

Klaus-Peter Kreutzfeldt (SPD) gab zu bedenken, dass das Gutachten über die Bio-Aerosole noch nicht vorliege und daher eine Entscheidung über die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans verfrüht sei. „Sollen wir etwa einen Vorratsbeschluss fassen?, lautete die Frage des SPD-Politikers, der die Verlagerung des Betriebs nicht ablehnte.

Anne Brodkorb hingegen betonte, das das Gutachten laut Aussage des Stadtplaners Carsten Lang für den Flächennutzungsplan noch nicht von Belang sei. Das spiele erst beim Bebauungsplan eine Rolle und würde in diesem Rahmen berücksichtigt.

Martin Branse (SPD) ließ nicht locker und fragte noch einmal nach, inwieweit die Bevölkerung über das Vorhaben informiert sei. Schließlich vertrete er als Ratsmitglied die Interessen der Bürger. In Billerbeck sei aus Protest gegen große Anlagen der Geflügelhaltung sogar eine Interessengemeinschaft gegründet worden. Er wundere sich sehr darüber, dass sich in Osterwick kein Widerstand rege.

Der geplante Standort der Anlagen sei wegen der Nähe zum Ortskern absolut ungeeignet, meinte der Sozialdemokrat. „Massentierhaltung macht nicht nur Schmutz, sondern sorgt auch für multiresistente Keime“, warnte Martin Branse vor möglichen Folgen. Für ihn sei es ein „merkwürdiger Zufall“, dass das Gutachten bestätige, dass der Wind genau entlang der Umgehungsstraße und nicht in Richtung Wohnbebauung wehen würde. So würde der Eindruck erweckt, als komme es zu keiner Geruchsbelästigung für die Bevölkerung.

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