Do., 30.06.2016

Geplante Erdgasfernleitung „ZEELINK II“ könnte Erweiterung des Gewerbegebietes Holtwick schwierig machen Bedenken gegen Trasse bleiben

Holtwick (fw). Die geplante Erdgasfernleitung „ZEELINK II“, deren voraussichtliche Trasse Holtwick streift, sorgt weiter für Bauchschmerzen. „In dem Bereich planen wir doch die Erweiterung des Gewerbegebietes“, merkte Leo Hemker im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss an. „Wenn wir da Einschränkungen bekommen, haben wir kaum noch Möglichkeiten zur Entwicklung.“ Diese Sorgen teilte der gesamte Ausschuss – und das soll auch der Bezirksregierung mitgeteilt werden, die letztlich über die genau Trassierung entscheiden muss.

Von Frank Wittenberg

„ZEELINK II“ ist der Name für ein größeres Bauprojekt, bei dem vom belgischen Zeebrügge aus eine neue Gasfernleitung verlegt wird. „Die wird benötigt, um künftig auf das höherwertige Gas umstellen zu können“, erläuterte Carsten Schulze, Trassenplaner der Firma Open Grid Europe GmbH, im Bauausschuss. Diese neue „Hauptschlagader“ für die Gasversorgung müsse 2021 in Betrieb gehen – Holtwick ist konkret von dem Teilabschnitt betroffen, der über rund 110 Kilometer von St. Hubert im Kreis Viersen bis nach Legden reicht. „Wir hoffen auf eine Genehmigung im Jahr 2017“, so Schulze. „Dann würde in den Jahren 2019 und 2020 gebaut werden.“

Wo genau das Rohr mit einem Durchmesser von 1,20 Metern verlegt wird, steht derweil noch nicht fest. „Es gibt noch keine exakte Trassierung, sondern einen Korridor von 600 Metern Breite“, erklärte der Planer – übrigens außerhalb von bestehenden Bebauungsplänen. Eben dieser Korridor sei nach dem Vergleich vieler Varianten bewertet und als zu bevorzugen festgelegt worden. Für Holtwick gelte: Möglichst sollen die neuen Rohre parallel zu einer bereits vorhandenen Gasleitung verlegt werden, die am jetzigen Gewerbegebiet vorbeiführt.

Eben dieses Gewerbegebiet soll aber mittelfristig in diese Richtung erweitert werden. Und eine weitere Leitung, die mit einem Schutzstreifen von zehn Metern versehen werden müsse, die nicht überbaut werden dürfen, stellten das Vorhaben vor echte Probleme, betonte Hartwig Mensing (WIR): „Mit dem bereits liegenden Rohr käme eine Breite von 15 Metern zusammen, die nicht überbaut werden dürften“, so der Fraktionschef. „Es wäre kaum möglich für uns, diesen breiten Streifen sinnvoll zu nutzen.“

Diese Bedenken sollen der Bezirksregierung mitgeteilt werden, kündigte Anne Brodkorb, Leiterin des Fachbereiches Planen und Bauen, an – gemeinsam mit dem bereits vorliegenden Konzept für die Erweiterung des Gewerbegebietes. Immerhin wollten Politiker, Verwaltung und die Firma Open Grid Europe nicht auf Konfrontationskurs gehen, sondern im Gespräch bleiben. Carsten Schulze: „Uns geht es nicht um eine möglichst kurze oder günstige Trasse, sondern um eine, die genehmigungsfähig ist.“

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