Di., 18.10.2016

Musikinstrument in Nikolauskirche in Darfeld von Schimmel befallen / Einbau von Lüftungsanlage soll helfen Statt der Orgel erklingt das Keyboard

Musikinstrument in Nikolauskirche in Darfeld von Schimmel befallen / Einbau von Lüftungsanlage soll helfen : Statt der Orgel erklingt das Keyboard

Statt der Orgel ertönt zurzeit das Keyboard bei Gottesdiensten in der Nikolauskirche in Darfeld. Die Orgel ist zurzeit nicht nutzbar, weil für sie eine Lüftungsanlage eingebaut wird. Foto: Cindy Blanke

Darfeld. Stumm bleibt die Orgel zurzeit in St. Nikolaus in Darfeld. Das Musikinstrument haben die Handwerker auf der Bühne eingerüstet und mit einer grauen Plane verdeckt.

Von Manuela Reher

In den nächsten Wochen werden umfangreiche Arbeiten an der Orgel vorgenommen, wie die Pfarre mitteilt. Da die Orgel mit Schimmel befallen sei, werde ein neues Lüftungssystem eingebaut. Dafür zeichnet die Darfelder Firma Ulrich Gerling verantwortlich.

Für die Arbeiten sei es notwendig, dass die Orgel demontiert werde, hat die Pfarre ihrer Gemeinde bereits mitgeteilt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich sechs Wochen dauern. In dieser Zeit werden die Gottesdienste mit dem Keyboard begleitet.

Günther Fehmer, Leiter der Zentralrendantur der katholischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Coesfeld und Dülmen erläutert: „Es sich um eine Verbesserung und Optimierung der Luftfeuchte. Durch die nicht optimale Lüftungssituation in der Kirche ist es leider immer wieder zu einem Schimmelbefall an unserer Orgel gekommen.“

Die Firma Ulrich Gerling wird im Gewölbe über der Orgel eine Kernbohrung für ein Lüftungsrohr mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern vornehmen. In Höhe des Glockengeläuts wird das Lüftungsgerät installiert, das die Orgel in Zukunft mit trockener Luft versorgen wird. „Allerdings darf die Luft auch nicht zu trocken sein“, berichtet Ulrich Gerling. Es komme darauf an, ideale klimatische Verhältnisse zu schaffen. Der Experte freut sich darauf, einen Auftrag auszuführen, der „so nicht alle Tage vorkommt.“ „Das ist schon etwas Besonderes, ein Lüftungsgerät für eine Orgel in der Kirche einzubauen“, meint der Fachmann.

Nach den Verbesserungen im Bereich der Lüftungssituation wird die Orgel gereinigt. Dazu müssen die Pfeifen zuvor ausgebaut werden. Des weiteren werden Lüftungsschlitze in die Gehäusetüren eingefräst. All das wird die Orgelbaufirma Gebrüder Stockmann aus Werl übernehmen.

Die Fachfirma war bereits im Sommer 2009 vor Ort, um die Orgel, die aus den sechziger Jahren stammt, gründlich zu reinigen und zu reparieren. Jeder der insgesamt 1300 Orgelpfeifen musste dafür zunächst ausgebaut werden. Das wird auch diesmal wieder so sein.

Wie Orgelbaumeister Ingo Bubendorfer von der Firma Stockmann mitteilt, komme es in den letzten Jahren immer wieder vor, dass die Orgeln in Kirchen von Schimmel befallen seien.

Ungünstige klimatische Verhätnisse und ein mangelnder Luftaustausch seien die Gründe für eine solche Entwicklung. Kirchengebäude seien ohnehin schlecht zu lüften.

Auch schließt Ingo Bubendorfer nicht aus, dass der allgemeine Klimawandel mit dem Schimmelbefall in unmittelbarem Zusammenhang stehen könnte.

Normalerweise müsse eine Orgel alle 20 bis 25 Jahre gereinigt werden, um ihren Klang zu erhalten. Wenn das Instrument außerdem einmal im Jahr gewartet werde, um unter anderem mechanische Unzulänglichkeiten zu beseitigen, habe eine Orgel eine Lebensdauer von etwa einhundert Jahren. Die Firma Gebrüder Stockmann könne auf Erfahrungen aus einer 127-jährigen Firmengeschichte zurückgreifen. Daher sei er guten Mutes, dass das Problem in Darfeld dauerhaft behoben und die Orgel hundert Jahre alt werden könne.

Der Kirchenvorstand geht jedenfalls zuversichtlich davon aus, dass durch die geplanten Maßnahmen eine Verbesserung der Gesamtsituation erreicht wird.

Bis sich die Pfarrgemeinde wieder am schönen Klang der Orgel erfreuen kann, muss sie mit den Rhythmen des Keyboards vorliebnehmen.

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