Fr., 21.04.2017

Figuren-Ausstellung „Der standhafte Zinnsoldat“ im Heimathaus Holtwick zeigt ab Sonntag historische Szenen Geschichte wird in Zinn lebendig

Figuren-Ausstellung „Der standhafte Zinnsoldat“ im Heimathaus Holtwick zeigt ab Sonntag historische Szenen : Geschichte wird in Zinn lebendig

„Der standhafte Zinnsoldat“ heißt die Ausstellung im Heimathaus Holtwick, in der Hans-Henning Otto (l.) und Heinz-Peter Kuhlmann zahlreiche Werke aus ihren Zinnfiguren-Sammlungen zeigen. Fotos: Manuela Reher Foto: az

Holtwick. Hautnah ein Flötenkonzert des preußischen Soldatenkönigs verfolgen oder den Sturm der Kreuzritter auf eine arabische Stadt erleben können die Besucher in der neuen Ausstellung im Heimathaus Holtwick.

Von Manuela Reher

Unter dem Titel „Der standhafte Zinnsoldat“ wird Geschichte in Zinnfiguren-Dioramen lebendig. So heißen die plastisch wirkenden Schaubilder in der Fachsprache. Hans-Henning Otto (Jahrgang 1947) aus Marl und Heinz-Peter Kuhlmann (Jahrgang 1954) aus Werther zeigen ab Sonntag (23. 4.) in Holtwick Werke aus ihren Zinnfiguren-Sammlungen.

Die Besucher können sich auf mehr als 80 Schaubilder freuen, zu denen es jeweils eine schriftliche Erläuterung gibt. Auf diese Weise haben sie die Gelegenheit, in historische Szenen im Miniaturformat einzutauchen. Denn die kleinsten Figuren sind gerade einmal drei Zentimeter hoch.

Hans-Henning Otto, Lungenfacharzt im Ruhestand, und Heinz-Peter Kuhlmann, Arzt und Psychiater, frönen ihrem Hobby schon sehr lange. Otto hat bereits 1959 die erste Packung mit Zinnfiguren von seinem Onkel geschenkt bekommen. Seitdem ist er von den metallenen Figuren fasziniert. Er bemalt sie mit Ölfarbe. Jede Gesichtsmimik und jeder Faltenwurf eines Kleidungsstücks ist nachher erkennbar.

Damit die Besucher der Ausstellung diese Details auch wirklich entdecken können, stehen kleine Taschenlampen bereit. Mit dem Licht können die Figuren angestrahlt werden.

Otto und Kuhlmann haben sich 1981 zufällig in einem Gesundheitsladen kennengelernt. Dort kam schnell das Thema des sie verbindenden Hobbys auf.

Heinz-Peter Kuhlmann räumt ein, dass viele sein Hobby für verstaubt halten mögen. „Aber ich möchte dafür werben, dass man mit seinen Händen selbst etwas gestalten und damit Geschichte interessant machen kann.“ Schon in seiner Schulzeit sei Geschichte sein Lieblingsfach gewesen. Und Hans-Henning Otto ergänzt: „Wenn ich male, versinkt die Welt um mich herum.“ Zinnfiguren zu sammeln, sei kein teures Hobby, bekräftigen beide. Alle zwei Jahre machen sich die Hobbykünstler auf den Weg zur großen Messe nach Kulmbach, zum Mekka der Zinnfiguren-Hersteller und -sammler, wo sie Rohlinge erwerben. Diese bemalen sie zu Hause und stellen sie zu einer Szene in den Holzkästen mit Glasdeckel zusammen. Der Hintergrund der Szenen wird mit Aquarellmalerei gezaubert.

Kuhlmanns Lieblingsmotto sind die Indianer und deren Lebenswelt. So stellt er einen Mustang-Fang dar oder einen Bisonjagd. „Wild lebende Bisons gab es 1884 in den Vereinigten Staaten von Amerika nur noch 325“, teilt Kuhlmann mit. Auch mit den Themen Revolutionen, Sklaverei und Mittelalter hat er sich beschäftigt. Otto hat sich dem Leben von Friedrich dem Großen verschrieben. Viele militärische Szenen finden sich in seinen Schaubildern. Aber auch Alt-Ägyten und das 20. Jahrhundert gehören zu seinen Themen.

7 Die Ausstellung „Der standhafte Zinnsoldat“ im Heimathaus Holtwick, Kirchplatz, ist zu sehen am Sonntag (23. 4.), am Sonntag (30. 4.) sowie am Montag (1. 5.) jeweils in der Zeit von 11 bis 17.30 Uhr. Die Cafeteria auf der Tenne ist geöffnet. Bei der Eröffnung der Ausstellung am 23. April kümmern sich mehrere Damen des Heimat- und Kulturvereins Holtwick, der als Veranstalter fungiert, in münsterländischer Tracht um den Service.

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