Mi., 17.05.2017

Mohammed Yehdego aus Eritrea erhält nach seinem Praktikum einen Arbeitsvertrag bei Fensterbau Vogt Leuchtendes Beispiel für Integration

Mohammed Yehdego aus Eritrea erhält nach seinem Praktikum einen Arbeitsvertrag bei Fensterbau Vogt : Leuchtendes Beispiel für Integration

Integration in den Arbeitsmarkt: Christoph Vogt (links) von der gleichnamigen Fensterbaufirma aus Holtwick übernimmt Mohammed Yehdego aus Eritrea in ein Arbeitsverhältnis – sehr zur Freude von Alfred Kuhl (rechts) vom Jobcenter Rosendahl. Foto: Frank Wittenberg

Rosendahl. Bevor die Arbeit richtig losgeht, hat er die ersten Kilometer schon in den Beinen. „Ich komme jeden Morgen mit dem Fahrrad aus Osterwick“, lächelt Mohammed Yehdego. Den Weg zur Firma Fensterbau Vogt ins Holtwicker Gewerbegebiet nimmt der 30-Jährige gerne auf sich – denn hier bekommt er die Chance, sein Leben auf die eigenen Beine zu stellen. Yehdego, der im September 2013 als Flüchtling aus Eritrea nach Rosendahl gekommen ist, erhält einen Arbeitsvertrag.

Von Frank Wittenberg

Vor knapp vier Wochen hat Mohammed Yehdego ein Praktikum begonnen, vermittelt von Alfred Kuhl vom Jobcenter der Gemeinde Rosendahl. „Wir gehen konkret auf Firmen zu, um diesen Personenkreis in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, erklärt er. Bei Christoph Vogt stieß er auf offene Ohren. „Ich habe ohnehin ein Faible für Afrika“, sagt der Unternehmer nicht zuletzt wegen seines Engagements für die Aktion „Ein Herz für Senegal“ der Freiwilligen Feuerwehr in Rosendahl. „Wenn ich diesen Menschen helfen kann, mache ich das gerne.“

Über allem steht aber das Engagement der Flüchtlinge selbst, erläutert Alfred Kuhl. „Die Integrationskurse sind sehr wichtig“, verweist der Mitarbeiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales im Rathaus auf die Sprachkenntnisse, die ein entscheidender Faktor seien. Mohammed Yehdego habe sich in dieser Hinsicht sehr eingesetzt. Der 30-Jährige, der in seiner Heimat in der Personalverwaltung tätig war, ist als anerkannter Asylbewerber im SGB II-Bereich durch das Rosendahler Jobcenter betreut worden. „Damit steht er auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung“, so Kuhl. Im Rahmen einer Fördermaßnahme sei Yehdego bei der Deutschen Angestellten-Akademie in Coesfeld auf das Berufsleben vorbereitet worden.

Nach einer persönlichen Vorstellung bei Vogt hat Mohammed Yehdego sein vierwöchiges Praktikum angetreten, wird dort in der Fertigung und Montage eingesetzt – und hat trotz fehlender handwerklicher Qualifikation einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. So gut, dass Christoph Vogt ihm gestern Morgen eröffnete, ihm einen Arbeitsvertrag zu geben, zunächst für ein Jahr mit Aussicht auf Festanstellung. „Er ist sehr nett und hilfsbereit, denkt super mit und möchte unbedingt lernen“, lobt der Chef den künftigen Mitarbeiter. „Morgens ist er immer der Erste am Tor.“

Mit dem Gehalt, das Yehdego erhalten wird, werde es auch möglich sein, das Leben mehr auf eigene Füße zu stellen, betont Alfred Kuhl. Noch wohne der 30-Jährige in einer Unterkunft in Osterwick, aber Ziel sei es, möglichst selbst eine Wohnung anzumieten. Eine Unterstützung im Alltag sei dennoch weiter notwendig, ergänzt Christoph Vogt – nicht zuletzt im Hinblick auf Versicherungen und weitere Behördenangelegenheiten: „Deshalb wäre es wirklich wichtig, dass die Stelle eines Jobcoaches als Ansprechpartner für uns Firmen geschaffen wird, so wie es beim Unternehmer-Frühstück im Rathaus vorgestellt worden ist.“

Mohammed Yehdego ist nicht der erste Flüchtling, der durch das Rosendahler Jobcenter vermittelt worden ist. Aber jede einzelne Geschichte kann eine Erfolgsstory werden, für die Personen ebenso wie für die Firmen. „Es ist toll, regelmäßig etwas zu tun zu haben“, sagt der 30-Jährige. Und Christoph Vogt denkt auch an den zunehmenden Fachkräftemangel: „Wir brauchen diese Leute!“

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