Anzeige

Mi., 27.12.2017

Ludger Berning besitzt noch eine besondere Urkunde für seinen damaligen VW-Bulli T1 Ehrung für „sorgsamen Lenker“

Ludger Berning besitzt noch eine besondere Urkunde für seinen damaligen VW-Bulli T1: Ehrung für „sorgsamen Lenker“

Zwei Holtwicker Urgesteine mit einem Auto-Klassiker: Ludger Berning (links) und Georg Mönsters in den 50er Jahren vor dem VW-Transporter. Foto: az

Holtwick. Noch heute, nach 63 Jahren, freut sich Ludger Berning aus Holtwick, wenn er diese ihm geltende Auszeichnung für störungsfreie 100 000 Kilometer mit dem VW „Bulli“ liest: „Vor allem aber seinem gewissenhaften, sorgsamen Lenker und Pfleger, Ludger Berning, dem guten Fahrer dieses Wagens, widmen wir diese Urkunde als Zeichen unseres Dankes und unserer Anerkennung.“ Niemand Geringerer als der legendäre VW-Generaldirektor (1948 bis 1968) Heinrich Nordhoff hat am 16. September 1954 diese Urkunde in der Wolfsburger Firmenzentrale unterschrieben.

Von Allgemeine Zeitung

Anfang 1952 hatte Berning bei VW Steck in Coesfeld den Wagen übernommen. „Zu dieser Zeit arbeitete ich für ein Holtwicker Unternehmen, das im Handel tätig war“, erinnert er sich. Zu seinen Aufgaben gehörte die Belieferung von Kunden und das Aufholen von Rohstoffen. Schon gleich nach der Neuwagen-Übernahme ging’s los: So fuhr er mit dem „Bulli“ regelmäßig in den Großraum Wesel und weiter an den Niederrhein. Schnell kam der ebenso geräumige wie zuverlässige Transporter auf eine hohe Kilometerleistung.

An das Erreichen der 100 000 Kilometer-Marke erinnert sich Ludger Berning noch genau: „Das war im heutigen Kreis Kleve zwischen Wachtendonk und Straelen. Aus Respekt vor dieser Leistung habe ich einen Moment den Wagen an- und selbst innegehalten.“

Fahrer und Wagen wurden auch am Wochenende gebraucht: Denn dieser „Bulli“ war ein sogenannter „Kombi“, mit herausnehmbarer zweiter und dritter Sitzreihe bei einer Kapazität von acht Personen für Personen- und Warentransport gleichermaßen geeignet. Ludger Berning denkt gern daran zurück, dass er so manche muntere Gesellschaft gefahren hat. Ein Foto aus dieser Zeit zeigt den damals 25-jährigen bei der Wagenpflege – eben nicht nur ein guter Lenker, sondern auch ein gewissenhafter Pfleger.

VW anerkannte das: Schon im Jahr 1949 wurden die ersten Fahrer vom Volkswagenwerk dafür ausgezeichnet, dass sie 100 000 Kilometer ohne größere Pannen oder Reparaturen mit ihrem Käfer zurückgelegt hatten. Eine solche Strecke ohne größere technische Probleme zu bewältigen, war damals nicht die Regel und insofern durchaus ein Anlass zum Feiern. Diese Ehrungen, später auch auf den „Bulli“ ausgedehnt, wurden werbewirksam vollzogen, um zu verdeutlichen, was ein Volkswagen zu leisten vermochte. Ludger Berning erinnert sich: „Bei VW Steck in Coesfeld erhielt ich die Urkunde, zusammen mit einer Plakette für den Wagen und einer wertvollen Armbanduhr mit 100 000 Kilometer-Gravur. Leider ist mir ausgerechnet die später bei landwirtschaftlicher Arbeit verloren gegangen – wirklich schade!“

Der Spur des „Bullis“ in späteren Jahren hat sich längst verloren. Würde er noch existieren, wäre er heute ein wertvoller Klassiker: Gerade die frühen, noch bis 1956 in Wolfsburg gebauten T1 erzielen auf dem Klassikermarkt Höchstpreise im sechsstelligen Euro-Bereich. Sie allein habe eine übergroße Motorraumklappe, werden deshalb in Liebhaberkreisen „Barndoor“ (englisch für „Scheunentor“) genannt. Das konnte allerdings 1954 noch niemand voraussehen . . . 7 Bei einer Adventsfeier erzählte Ludger Berning seinem Tischnachbarn Georg Meyering, Klassiker-Enthusiast und selbst Käfer-Fahrer, von seiner 100 000-Kilometer-Ehrung. Er hat die vielen Fakten zu diesem Bericht zusammengefasst.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5384677?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F