Di., 29.12.2015

Christel und Philipp Daldrup gehen mit völlig unterschiedlichen Ambitionen in das Sportjahr 2016 Abstiegssorgen und Titelträume

Christel und Philipp Daldrup gehen mit völlig unterschiedlichen Ambitionen in das Sportjahr 2016 : Abstiegssorgen und Titelträume

Schnell und torgefährlich: Christel Daldrup spielt im zehnten Jahr für die DJK/VBRS-Handballerinnen. Foto: Frank Wittenberg

Billerbeck. Nur nicht absteigen, hofft Christel Daldrup. Eine tolle Saison mit dem Titel krönen, davon träumt Philipp Daldrup – unterschiedlicher könnten die Ambitionen für das neue Sportjahr 2016 kaum sein. „Bisher haben wir es immer geschafft, auch wenn es ganz schlecht aussah“, setzt die 29-Jährige auf die bewährt starke Rückserie der Handballerinnen der DJK Coesfeld-VBRS. Ende April will sie zum zehnten Mal in Folge den Oberliga-Klassenerhalt feiern, während ihre „bessere Hälfte“ Philipp darauf hofft, mit den Landesliga-Fußballern des BSV Roxel genau da zu stehen, wo sie aktuell überwintern: auf dem Platz an der Sonne.

Von Frank Wittenberg

Abstiegskampf und Titelrennen, was auch immer: Bei den Daldrups dreht sich alles um den Ball. „Mittwochs liegt nichts an“, lächelt Christel Daldrup. „Da haben wir ballfrei und können mal entspannen.“ Die anderen Tage sind prall gefüllt: Fußballtraining am Dienstag, Donnerstag und Freitag, Handball am Dienstag und Donnerstag, dazu häufig Tennis am Montag. Und am Wochenende geht es um Punkte. Wenn die Handballerinnen am Samstag ihre oft dramatischen Spiele abliefern, zittert Philipp regelmäßig auf der Tribüne mit. Und sonntags geht Christel mit den Fußballern des BSV Roxel auf Reisen. „Meistens auch zu den Auswärtsspielen.“ Gegenseitig drücken sie sich live und in Farbe die Daumen.

Was spannender ist? „Fußball ist entspannter“, muss Christel Daldrup nicht lange überlegen. Da brenne bei einem 3:0 nichts mehr an. „Fußball kann auch bis zur letzten Sekunde ganz eng sein“, protestiert Philipp Daldrup – allerdings gibt er zu, beim Handball ordentlich mitzufiebern: „Da kann jederzeit noch was passieren.“

Christel Daldrup kennt beide Seiten. Jahrelang hat sie sowohl Handball als auch Fußball gespielt. „Bis vor eineinhalb Jahren, dann wurde das einfach zu viel“, erzählt sie. Für welche Sportart sie sich im Zweifel entscheiden würde, stand immer fest: „Handball, denn das habe ich schon seit der Grundschulzeit gespielt.“ Bei Borussia Darup durchlief sie die gesamte Jugendabteilung, ehe sie mit dem Wechsel in die Damenmannschaft zur DJK Coesfeld-VBRS gekommen ist. „Ein halbes Jahr habe ich in der Zweiten gespielt, dann hat mich Helmut Martin in die Oberliga-Mannschaft geholt“, erinnert sich die 29-Jährige, die seitdem eine feste Größe auf Rechtsaußen ist und gerne ihre Schnelligkeit bei Tempogegenstößen einsetzt.

Wobei sie mit dem größeren Ball auch keine Probleme hat. Mit 13 hat sie auch mit dem Kicken begonnen, etliche Jahre bei der DJK Coesfeld, dann nach der Auflösung der Frauenabteilung beim 1. FC Gievenbeck und Wacker Mecklenbeck. Abgerissen ist der Kontakt nie. Sogar in dieser Saison hat sie dort noch ausgeholfen, mehrere Spiele in der zweiten Mannschaft absolviert und sogar in der Westfalenliga mitgemischt – aus der „kalten Hose“. Kein Problem, sagt sie: „Die Fitness aus dem Handball hilft sehr viel.“

Das Wechselspiel zwischen den Sportarten betreibt Philipp Daldrup nicht. „Handball habe ich nie ausprobiert, da bin ich nur Zuschauer“, lächelt er. Dafür hat er im Fußball eine Menge erlebt – angefangen von der F-Jugend des VfL Billerbeck, wo er gemeinsam mit Florian Rzeha und Robert Benning die ersten Gehversuche unternommen hat unter Trainerin Elisabeth Stening, der Mutter von Frank „Stele“ Stening, Coach bei Borussia Darup. Bis 2005 hat Daldrup seine Schuhe für den VfL geschnürt, ehe er sich mit dem Bezirksliga-Aufstieg verabschiedet hat. „Gemeinsam mit Trainer Michael Evelt bin ich zum TuS Hiltrup gewechselt“, erzählt der 32-Jährige. Drei Jahre hat er dort gespielt, ehe er eineinhalb Jahre in den USA studiert und in Richmond/Virginia für ein College-Team gekickt hat. „Von der Fitness her Oberliga, spielerisch etwas darunter“, ordnet er die dortige Qualität ein. „Eine tolle Erfahrung.“

Nach der Rückkehr ins Münsterland folgten ein halbes Jahr bei Borussia Emsdetten und zwei Jahre beim 1. FC Gievenbeck, gekrönt mit dem Oberliga-Aufstieg. Seit 2012 schnürt er für den BSV Roxel die Schuhe – und da schnuppert er mit seinem Team nach dem unglücklichen Abstieg aus der Westfalenliga nun am Wiederaufstieg. Herbstmeister sind sie als Ligakonkurrent der DJK Coesfeld geworden. „TuS Haltern und Preußen Lengerich sind ganz stark“, stellt er sich noch auf einen heißen Tanz in der Rückserie ein. „Aber wir können es schaffen, denn wir haben eine homogene Truppe mit einer guten Mischung aus jungen und älteren Spielern.“

Philipp Daldrup, der jüngst mit den Tennis-Herren 30 des VfL Billerbeck in die Westfalenliga aufgestiegen ist, träumt vom Titel – eine Erfahrung, die seiner Frau Christel bisher vorenthalten geblieben ist. „Ich kann nur Klassenerhalt“, zuckt sie mit den Schultern. Aber den Spaß lassen sie und die DJK/VBRS-Handballerinnen sich nie verderben. Worüber ihr Gatte nur staunen kann: „Zehn Jahre gegen den Abstieg, aber diese Mannschaft pusht sich immer wieder gegenseitig.“

Das soll auch diesmal helfen. Gegenseitig drücken sich die Daldrups, die seit über elf Jahren ein Paar sind, die Daumen für die sportlichen Wünsche 2016. Bleibt die Frage, wer schlechter gelaunt ist, wenn er am Wochenende nach einer Niederlage zurück ins gemeinsame Haus kommt? „Ich glaube, da tun wir uns beide nichts“, lächelt Christel Daldrup. „Aber Philipp macht diese Erfahrung seltener . . .“

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