Fußball: Schwarz-Weiß Beerlage verlängert den Vertrag mit dem 39 Jahre jungen Spielertrainer
Timo Tetzlacht dampft in allen Gassen

Beerlage. Timo Tetzlacht ist ein vielbeschäftigter Mann. Ruhe? Hat er nicht. Pausen? Macht er nicht. Mit 39 dampft Tetzlacht in allen Gassen. Von Montag bis Samstag schraubte er in der Werkstatt seines Arbeitgebers „Reifen Stiebling“ in Castrop-Rauxel. Am Freitagnachmittag feierte der gelernte Kfz-Meister daheim in Essen-Werden, am Baldeneysee gelegen, mit Ehefrau Sandra den zwölften Geburtstag von Tochter Lara. Lena, die Ältere, ist im April an der Reihe. O-Ton Tetzlacht: „Dann wird sie 14.“

Sonntag, 28.01.2018, 17:58 Uhr

Fußball: Schwarz-Weiß Beerlage verlängert den Vertrag mit dem 39 Jahre jungen Spielertrainer: Timo Tetzlacht dampft in allen Gassen
Timo Tetzlacht Foto: Ulrich Hörnemann

Der „Ruhri“, wie ihn einige spaßeshalber rufen, ist ein Multitasking-Künstler. Denn neben seinem Job hat er noch eine Nebentätigkeit. Timo Tetzlacht ist seit vergangenen Sommer Spielertrainer beim B-Kreisligisten Schwarz-Weiß Beerlagen – und hat jetzt seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert. „Hat etwas länger gedauert“, sagt er, „eigentlich sollte das schon vor Weihnachten erledigt sein.“

Mit Philipp Mersmann, 1. Vorsitzender der Fußballabteilung, und Stellvertreter Christian Lütke-Enking hat er sich zusammengesetzt und seine Vorstellungen vorgetragen. „Schlussendlich haben wir uns geeinigt.“

Parallel seien ihm zwei, drei Angebote von höherklassigen Vereinen unterbreitet worden. „Das war für mich ein schönes Lob“, stellt er fest, „so schlecht ist meine Arbeit wohl nicht gewesen.“ Timo Tetzlacht hat sich pro Beerlage entschieden. „In der Bezirksliga wäre es noch stressiger geworden.“ Mit der Fahrerei aus dem Ruhregebiet ins beschauliche Münsterland ist es eh schon anstrengend genug, ganz zu schweigen vom Zeitaufwand. „Ich will nicht klagen“, meint Tetzlacht nur, „das macht ja auch Spaß.“ Er ist einiges gewohnt und kriegt alles locker-flockig auf die Kette.

Mit seiner sportlichen Ausbeute ist er zufrieden. „Ich musste erst mal einige Barrieren aufbrechen, die eingefahren waren“, erinnert er die Anfänge seines Wirkens auf der Beerlage, „doch der Vorstand hat mich dabei kräftig unterstützt.“ Die familiäre Atmosphäre habe ihm besonders gefallen. „Die Mannschaft hat meine Ideen hervorragend umgesetzt“, betont Tetzlacht, „die Jungs sind heiß, alle ziehen hundertprozentig mit.“ Auf die Fortsetzung der Rückrunde freut er sich in vollen Zügen.

Neues Personal hat er auch an der Hand. „Einer könnte bereits sofort einsteigen, sobald seine Verletzung ausgeheilt ist“, kündigt Timo Tezlacht an, „zwei Spieler werden möglicherweise im Sommer zu uns stoßen“ Namen will er nicht nennen. „Solange es nicht fix ist, sag’ ich nix.“ Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Aber einen neuen Co-Trainer hat er an seiner Seite. Sebastian Banseberg, den er selber bei Amtsantritt mitgebracht hat, wird die Aufgaben von Julian Tacke übernehmen. Banseberg ist 32, Tacke 31. „Julian ist nur noch reiner Spieler“, berichtet Timo Tetzlacht, „er will sich aufs Fußballspielen konzentrieren und hat dann mit den Nebenkriegsschauplätzen nichts mehr zu tun.“

Aktuell sind die Schwarz-Weißen Sechster in der B-Liga. „In der Tabelle stehen wir gut da“, zieht Timo Tetzlacht ein Zwischenfazit, „meine Trainerkollegen haben nicht damit gerechnet, dass wir so weit oben platziert sind.“ Ihm selbst fehlen hochgerechnet sechs Punkte. „Es waren einige dumme Spiele dabei, die wir nicht hätten verlieren dürfen“, erklärt er, „das war häufig eine Frage der Konzentration.“ Fortuna Seppenrade, der souveräne Klassenprimus, DJK Rödder der unmittelbare Verfolger, und der Absteiger SuS Hochmoor als Vierter hält Tetztlacht für stärker als seine Mannschaft. Auf den Tabellendritten SV Gescher III ist er gespannt. „Wenn wir Siebter, Sechster oder Fünfter werden, haben wir eine ordentliche Saison gespielt.“

Ernst wird es am 18. Februar gegen SuS Olfen II. „Im Hinspiel gab es eine böse Klatsche“, denkt er ungern an die deutliche 1:4-Heimniederlage, „diesmal müssen wir besseren Fußball zeigen.“ Von Wiedergutmachung will Tetzlacht nicht reden. „Vorbei ist vorbei.“ Nachkarten hilft keinem.

Auf eine weitere Niederlage hat er allerdings keinen Bock. Mit einem Dreier möchte Timo Tetzlacht erfolgreich ins Jahr 2018 starten. „Wir sind bereit“, strahlt er großen Optimismus aus, „meine Jungs haben eine tolle Entwicklung genommen, ja, sie haben einen richtigen Schub bekommen.“ Als Beispiel zitiert Tetzlacht das erste Meisterschaftsspiel gegen Vorwärts Hiddingsel, den Aufsteiger aus der C-Liga. „Damals haben wir 1:5 verloren und ausgesehen, als wären wir gerad’ vom Mond gekommen“, erzählt er, „im Rückspiel haben wir 1:1 gespielt und eine super Leistung geboten.“ Genau da wollen sie in knapp drei Wochen anknüpfen.

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