So., 21.02.2016

Handball: Stimmung nach 22:40 gegen Verl auf dem Nullpunkt Wenn die Trommler nicht mehr trommeln

Handball: Stimmung nach 22:40 gegen Verl auf dem Nullpunkt : Wenn die Trommler nicht mehr trommeln

An ihrem Einsatz hat es nicht gemangelt: Britta Reckers (Mitte) tankt sich durch die Verler Abwehr – das gelang den DJK/VBRS-Damen allerdings viel zu selten. Foto: Frank Wittenberg

Coesfeld. Irgendwann verweigerten selbst die Treuesten der Treuen die Unterstützung. Die Trommeln blieben stumm – Liebesentzug für das „Team der Liebe“, weil der Funke einfach nicht überspringen wollte. Das sonst so fantastische Coesfelder Publikum beschränkte sich auf artigen Applaus und präsentierte sich ansonsten reichlich konsterniert. „Wir haben es ja versucht, aber heute hat gar nichts geklappt“, fasste Rückraumspielerin Steffi Lappe die 22:40-Niederlage gegen den TV Verl zusammen, mit denen die Hoffnungen der DJK/VBRS-Handballerinnen auf den Klassenerhalt im wahrsten Sinne weggeklatscht wurden. „Wir können uns bei den Zuschauern nur entschuldigen.“

Von Frank Wittenberg

Der Trainerfuchs musste tatenlos zusehen, wie sein ehemaliges Team völlig auseinander brach. Helmut Martin hatte für die privat verhinderte Tine Hekman noch einmal das Kommando übernommen und erlebte eine der schwärzesten Stunden. „Ich kann mich nicht erinnern, mit Coesfeld jemals so hoch verloren zu haben“, war er völlig geplättet. Natürlich habe Spielgestalterin Magda Hemker, die auf einer Skifreizeit weilte, an allen Ecken und Enden gefehlt, aber allein daran habe es nicht gelegen: „Verl war körperlich viel präsenter.“

Eine Viertelstunde lang war alles im Lot. Bis zum 6:5 durch Britta Reckers (13.) agierten die DJK-Damen auf Augenhöhe, dann nahm das Unheil seinen Lauf. „Durch die vielen teils unglücklichen Niederlagen in den vergangenen Wochen reichen ein paar Kleinigkeiten, und schon ist die totale Verunsicherung da“, analysierte Helmut Martin. Diesmal waren es zwei wegen eines Fußfehlers zurückgepfiffene Siebenmeter und zwei nicht gegebene Tore, weil die Schützin schon im Kreis stand – plötzlich ging nichts mehr zusammen. Martin zog bei 6:8 (17.) eine Auszeit, aber auch das half nichts. Erst beim 6:11 gelang der nächste Treffer. Selbst zwei Tore von Steffi Lappe in zweifacher Unterzahl verhinderten nicht, dass es zur Pause 12:19 stand.

Eine schwache erste Halbzeit hatte die DJK-VBRS schon häufiger abgeliefert – dass dann aber ein noch schwächerer zweiter Durchgang folgt, war neu. „Die Konzentration hat stark nachgelassen“, erklärte Helmut Martin. Als Christel Daldrup in der 45. Minute per Siebenmeter den dritten DJK-Treffer nach der Pause erzielte, war das lediglich eine Ergebniskosmetik zum 15:30. Verl durfte schalten und walten, wie es wollte, traf nach Belieben durch Maren Grintz aus dem Rückraum und vor allem durch Jette Polenz, die den Torhüterinnen Lisa Schwering und Kim Farwick gleich 15 Tore von Rechtsaußen und dazu vier Siebenmeter um die Ohren nagelte. Nicht einmal die 40 blieb der DJK-VBRS erspart. „In der Höhe ist das eine Katastrophe“, gab Martin zu. „Aber ich habe nachher auch viel gewechselt.“

Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt sind mit dieser Klatsche nahe dem Nullpunkt gesunken. „Ich fürchte, das war es“, gab Christel Daldrup ehrlich zu. Dabei würde kein Fan der Mannschaft einen Abstieg aus dieser starken Oberliga übel nehmen – wenn aber selbst die Trommler nicht mehr trommeln, war es ein erschreckender Auftritt. 7 DJK Coesfeld-VBRS – TV Verl 22:40; Lisa Schwering und Kim Farwick (im Tor), Steffi Lappe (6/1), Britta Reckers (4), Christel Daldrup (3/1), Bianca Siemering (3/1), Elisa Backeshoff (2), Pia Spahlinger (2/1), Kristin Pohlkötter (1), Christin Wienecke (1/1), Lea Hemker, Kerstin Böing, Hannah Schöttler.

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