So., 01.05.2016

Fußball Mutiger HSV fast am Ziel

HSV-Trainer Bruno Labbadia macht Artjoms Rudnevs «heiß».

HSV-Trainer Bruno Labbadia macht Artjoms Rudnevs «heiß». Foto: Torsten Silz

Der Derby-Sieg gegen Bremen und das 0:0 in Mainz verschaffen dem Hamburger SV beste Aussichten auf den Klassenverbleib. Mit 38 Punkten ist in diesem Jahrtausend noch kein Club abgestiegen.

Von dpa

Mainz (dpa) - Auf den Zuschauerrängen feierten die mitgereisten Fans bereits den vermeintlichen Klassenverbleib. Doch die Verantwortlichen und Spieler des Hamburger SV hielten sich nach dem 0:0 beim FSV Mainz 05 mit voreiligen Jubelgesängen zurück.

«Der Punkt kann am Ende noch sehr wertvoll sein. Wir müssen jetzt nachlegen», mahnte Trainer Bruno Labbadia und blickte schon auf das «kleine» Nord-Derby gegen den VfL Wolfsburg. «Da wollen wir mit unseren überragenden Fans den Klassenerhalt perfekt machen», kündigte Mittelfeldspieler Lewis Holtby an.

Zwei Spieltage vor dem Saisonende in der Fußball-Bundesliga haben die Hanseaten 38 Zähler auf dem Konto. Mit dieser Punktzahl ist in diesem Jahrtausend noch kein Club abgestiegen. Noch wichtiger: Der HSV ist fünf Zähler vom Relegationsrang entfernt. Ein Sieg gegen Wolfsburg, und die Rettung ist perfekt. Nach den Relegations-Dramen der vergangenen beiden Jahre durchaus ein Erfolg für den HSV.

Das Happy End hätten die Norddeutschen auch schon in Mainz haben können. Sven Schipplock stand in der 51. Minute frei vor 05-Schlussmann Loris Karius und scheiterte. «Ich bin sehr enttäuscht», sagte der 27-Jährige. Im Training könne man sich eine gewisse Sicherheit erarbeiten. «Am Ende kommt es darauf an, im Spiel in der entscheidenden Situation zu treffen. Das ist auch eine Qualitätsfrage, und jene Kaltschnäuzigkeit im Abschluss hatte ich heute leider nicht.»

Vorwürfe musste er sich nicht anhören. «Für Sven tut es mir leid. Es wäre perfekt gewesen, wenn er uns heute mit seinem ersten Tor zum Klassenerhalt geschossen hätte», sagte Holtby. «Es ist wichtig, dass wir überhaupt gepunktet haben», meinte auch Kapitän Johan Djourou.

Mit dem Schwung aus dem 2:1 gegen Werder Bremen und der Leidenschaft von Mainz will der Hamburger SV nun die in eine tiefe Schaffenskrise abgerutschten Wolfsburger niederringen. «Wir sind gewarnt. Der VfL besitzt eine hohe Einzelqualität. Darauf müssen wir uns vorbereiten», meinte Abwehrspieler Matthias Ostrzolek.

Im Schneckentempo nähern sich derweil die Mainzer der Europa-League-Teilnahme. Nach nur einem Sieg aus den letzten acht Partien ist ihnen die Leichtigkeit abhanden gekommen. Der Druck ist spürbar vor den letzten Aufgaben in Stuttgart und gegen Berlin. Immerhin gab es gegen den HSV nach zuletzt zwei Niederlagen trotz jeweils eigener Führung wieder einen Punktgewinn.

«Wir wussten: Dreimal in Folge verlieren, das geht nicht», sagte Trainer Martin Schmidt. Erst in der Schlussphase erarbeiteten sich die Mainzer Torchancen. Die beste vergab der Kolumbianer Jhon Cordoba kurz vor dem Abpfiff. «Es ist ein Unentschieden, das wir gerne nehmen, das die Situation nicht drastisch ändert», führte der Schweizer Coach weiter aus.

Fünf Punkte Vorsprung auf Platz acht sollten den Rheinhessen reichen, um den siebten Platz zu halten. Der führt in die Qualifikation zur Europa League. «Dafür lohnt es sich, sich reinzuknien», sagte Schmidt, auch wenn die 05er bei drei Anläufen im internationalen Geschäft jeweils kläglich scheiterten.

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