Mo., 16.05.2016

Fußball Heidel will nicht in Mainz wildern

Der Mainzer Manager Christian Heidel verabschiedete von den Fans.

Der Mainzer Manager Christian Heidel verabschiedete von den Fans. Foto: Torsten Silz

Der FSV Mainz steht zum vierten Mal in zehn Jahren in der Europa League - und der Manager ist weg. Damit beginnt bei den 05ern eine neue, spannende Zeitrechnung.

Von dpa

Mainz (dpa) - Christian Heidel will als neuer Manager des FC Schalke 04 nicht in seinem alten Revier beim FSV Mainz 05 wildern.

«Ich kann ausschließen, dass ich Spieler mitnehme, weil dieser Bedarf nicht da ist. Da steht einfach nichts an», sagte der 52-Jährige bei der Abschluss-Pressekonferenz des rheinhessischen Fußball-Bundesligisten und seinem letzten Auftritt in eigentlich schon nicht mehr offizieller Mission. «Ich hab mich sehr gefreut, dass ich hier noch einmal eingeladen wurde», meinte der Architekt des Mainzer Aufstiegs, dessen Arbeit von sofort an Rouven Schröder übernimmt.

Manager Heidel ging am Höhepunkt eines stetigen Aufstiegs des FSV und wurde entsprechend nach dem letzten Bundesligaspiel gegen Hertha BSC gefeiert: Sportlich ist der erste Einzug in die Gruppenphase der Europa League ebenso ein Meilenstein der Clubhistorie wie mehr die als 100 Millionen Euro Umsatz im laufenden Geschäftsjahr.

Erfolgstrainer Martin Schmidt setzte nach dem ausgiebig gefeierten sechsten Platz mit seiner Crew gleich Strategie-Gespräche und Planungs-Sitzungen seines Stabes an. «Wir müssen den Kader qualitativ auf die höhere Belastung anpassen. Den Rhythmus Donnerstag-Sonntag in der Bundesliga und Europa League sind wir nicht gewohnt. Wir repräsentieren schließlich Deutschland. Da werden keine Geschenke verteilt», sagte der Schweizer.

Die Planungssicherheit glaubt der 49-Jährige mit seinem Kader zu haben. «Bei uns springt so schnell keiner ab, weil wir kaum Spieler haben, die schon mal in der Gruppenphase der Europa League gespielt haben», betonte der 05-Coach. Man werde genau hinsehen, in welchen Mannschaftsteilen neue Qualität nötig ist. «Wir werden nicht den Kader sinnlos vergrößern», versicherte Schmidt.

Abgänge sind möglich, wenn insbesondere englische Clubs mit Millionen Euro locken. Torhüter Loris Karius wird gerüchteweise mit Jürgen Klopps FC Liverpool in Verbindung gebracht. Karius soll eine Ausstiegklausel in Höhe von zehn Millionen Euro haben. Die besitzt auch Yunus Malli, und auch Kapitän Julian Baumgartlinger soll sie im Vertrag verankert haben. Heidel schwieg zu diesem Thema.

Am 29. Juni beginnt für die Mainzer Profis die Vorbereitung. Die dauert neun komplette Wochen und wird in zwei Blöcke aufgeteilt. Mittendrin soll es ein paar freie Tage geben. Geplant sind zwei Trainingslager. Das erste Anfang Juli im US-Bundesstaat Colorado.

Die emotionalen Momente nach dem 0:0 am Samstag gegen die auf den siebten Platz verdrängte Hertha aus Berlin bleiben in Mainz unvergessen. Selbst das Club-Idol Klopp meldete sich zum Abschied von Heidel mit einer Video-Botschaft aus Liverpool. «Du warst Herz und Seele des Clubs», rief der Kult-Trainer seinem Entdecker und Freund zu. Heidel sprach seine Abschiedsworte mit einem dicken Kloß im Hals. «Danke für 24 völlig verrückte und emotionale Jahre, die mein Leben total geprägt haben. Es gab keinen Tag, an dem ich das bereut habe. Es war die schönste Zeit in meinem Leben.»

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