Mi., 25.05.2016

Fußball: Ex-Profi Frank Schulz freut sich auf den „Familienbetrieb“ beim Bezirksligisten in Gescher Vom Kult-Kicker zum SV-Trainer

Fußball: Ex-Profi Frank Schulz freut sich auf den „Familienbetrieb“ beim Bezirksligisten in Gescher : Vom Kult-Kicker zum SV-Trainer

Freuen sich auf die Zusammenarbeit beim SV Gescher: der neue Trainer Frank Schulz (Mitte) mit dem Vorsitzenden Rainer Nienhaus und dem Sportlichen Leiter Klaus-Dieter Bürger. Foto: Frank Wittenberg

Gescher. Mit seinen Erlebnissen rund um den Fußball könnte er Bücher füllen. 213 Bundesligaspiele, DFB-Pokalsieger 1988 mit Eintracht Frankfurt, Relegations-Retter 1989, Tor des Monats im Mai 2001, danach 20 Jahre als Trainer, unter anderem in der NRW- und Oberliga. Frank Schulz weiß, wie das große Geschäft tickt – und hat sich doch für den „Familienbetrieb“ SV Gescher entschieden. „Ich muss nicht so hoch wie möglich trainieren“, sagt der 55-Jährige. „Ich möchte Spaß haben und mit Leuten arbeiten, die ein ehrliches Wort sprechen.“ Folglich war es keine schwere Entscheidung für ihn, im Sommer beim Bezirksligisten die Nachfolge von Zoui Allali anzutreten.

Von Frank Wittenberg

In seiner aktiven Bundesliga-Zeit beim VfL Bochum, bei Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach war er Kult. Nicht nur wegen seiner lockeren Art, sondern auch wegen seiner unvergleichlichen Frisur: eine „Vokuhila-Matte“ vom Feinsten. „Meine Frau Samira hat mich damals dazu angespornt“, lacht Schulz. „Ich sollte nicht aussehen wie alle anderen.“ Als er in Frankfurt noch regelmäßig in einer schwarzen Lederjacke auftauchte, war der Spitzname „Django“ perfekt. „Dadurch bin ich zum Publikumsliebling geworden“, erzählt er. Mit dem Ende der aktiven Karriere kam die Matte ab, dem Fußball blieb er aber als Trainer treu.

In dieser Funktion kreuzten sich auch die Wege mit Zoui Allali, der bei Westfalia Herne unter Schulz gekickt hat und sich später als B-Jugendtrainer in Hüls phasenweise vom Ex-Profi hat unterstützen lassen. „Über Zoui sind wir auch auf Frank Schulz gekommen“, erzählt Klaus-Dieter Bürger, Sportlicher Leiter beim SV Gescher. Denn der Club musste kurzfristig handeln, nachdem Allali um die Freigabe für seinen Heimatverein, den Oberligisten SpVgg. Erkenschwick, gebeten hatte. „Wir haben uns getroffen, und es war gleich eine sehr positive Stimmung zu spüren“, betont Bürger. „Wir verfolgen dieselbe Philosophie.“ Denn beim SV gelte es, einen engen Draht zu den Juniorenteams zu halten – und gleich sieben Seniorenmannschaften unter einen Hut zu bekommen. „Sehr beeindruckend“, nickt Schulz. „Das habe ich noch nie erlebt.“

Eingebunden in die Gespräche war auch Niklas Segbers – der Stürmer von Westfalia Osterwick hatte schon vorher seine Zusage gegeben, als spielender Co-Trainer mit Zoui Allali zusammenzuarbeiten. Das wird er nun unter Frank Schulz machen, der die Konstellation für sehr gut hält. „Wie überhaupt alle Gespräche richtig gut verlaufen sind“, berichtet der 55-Jährige, der in Dülmen lebt und als selbständiger Handelsvertreter tätig ist. „Ich habe mich in Gescher vom ersten Tag an wie Zuhause gefühlt.“

Ein offener Typ ist er, und so offen will er seine Tätigkeit beim SV auch angehen. Auf vier bewährte Kräfte kann er nicht mehr bauen, denn neben Zoui Allali verlassen Mario Beeke (Spielertrainer Adler Weseke), Johannes Dönnebrink (Spielertrainer SW Holtwick) und Alex Lanfer (DJK Coesfeld-VBRS) den Club. „Ich werde mir auch einige Jungs aus der A-Jugend sowie aus der zweiten und dritten Mannschaft ansehen“, kündigt Schulz an, in der Vorbereitung mit einem größeren Kader zu arbeiten. „Jeder hat seine Chance.“

Für „Django“ Schulz steht künftig der SV Gescher an erster Stelle. Dann muss er sich die Besuche bei seinen früheren Clubs einteilen – beim VfL Bochum („Da bin ich oft, es ist sehr familiär“), bei Borussia Mönchengladbach („Da spiele ich noch in der Weisweiler-Elf“) oder in Frankfurt. Der Eintracht hat er im Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg live im Stadion die Daumen gedrückt. Und als Haris Seferovic im Rückspiel am Montagabend das goldene Tor zum Klassenerhalt erzielte, durfte sich Schulz an 1989 erinnern, als er die Frankfurter gegen den 1. FC Saarbrücken mit dem entscheidenden Tor vor dem Abstieg gerettet hatte . . .

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