Zwei Monate im All
Kicken wie von einem anderen Stern: WM-Ball aus dem Kosmos

Moskau (dpa) - Mit dem offiziellen Ball für das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft greift Gastgeber Russland buchstäblich nach den Sternen. Für den Anpfiff der ersten WM-Partie gegen Saudi-Arabien will die Sbornaja mit einer Kugel spielen, die aus dem Kosmos zur Erde gebracht wurde.

Mittwoch, 13.06.2018, 07:48 Uhr

Zwei Monate war der Ball für das WM-Eröffnungsspiel an Bord der ISS: Der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow jongliert mit dem Spielgerät.
Zwei Monate war der Ball für das WM-Eröffnungsspiel an Bord der ISS: Der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow jongliert mit dem Spielgerät. Foto: -

Zwei Monate lang ist der Ball für die WM-Eröffnung an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) um die Erde gekreist. Die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Oleg Artjemjew nutzten ihn Ende Mai für einen lockeren Kick in der Schwerelosigkeit rund 400 Kilometer über dem Blauen Planeten. «Wir haben alles gegeben - ich hoffe, das inspiriert unsere Mannschaft gegen Saudi-Arabien», sagte Schkaplerow.

Am 3. Juni brachte der Kosmonaut den Ball zurück zur Erde. Mit seiner Sojus-Kapsel landete er in der zentralasiatischen Steppe unweit der kasachischen Stadt Scheskasgan. Von dort sollte die Kugel rasch ins rund 2500 Kilometer entfernte Moskau gebracht werden. «Auf dem Ball befinden sich die Unterschriften aller Raumfahrer an Bord der ISS und der offizielle Stempel der Raumstation, damit alle glauben, dass er im All war», sagte Schkaplerow nach der Landung in Kasachstan.

Die stolze Raumfahrtnation Russland hat in der Vergangenheit immer wieder vielerlei Gerät ins All geschafft. So präsentierten zwei Kosmonauten während eines Außeneinsatzes im Weltraum 2014 eine - nicht brennende - Fackel für die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst und sein Team hatten bei ihrem Flug zum Außenposten der Menschheit vergangene Woche einen WM-Ball im Gepäck, mit dem sie am Tag des Finales spielen wollen. Zur Umrundung der Erde benötigt die ISS übrigens: rund 90 Minuten.

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