So., 08.05.2016

Handball Rhein-Neckar Löwen stolpern auf dem Weg zum Titel in Berlin

Das Team von Nikolaj Jacobsen unterlag den Füchsen Berlin 20:24.

Das Team von Nikolaj Jacobsen unterlag den Füchsen Berlin 20:24. Foto: Lukas Schulze

An der Tabellenspitze der Handball-Bundesliga tobt wieder ein Dreikampf. Nach der überraschenden Löwen-Pleite in der Hauptstadt liegen der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt in Lauerstellung.

Von dpa

Berlin (dpa) - Auf dem Weg zur ersten Meisterschaft hat Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Am Sonntag verloren die Mannheimer ihr Spiel bei den Füchsen Berlin mit 20:24 (7:11).

Die Mannheimer liegen im Kampf um ihre erste deutsche Meisterschaft damit nur noch zwei Punkte vor Titelverteidiger THW Kiel, der zudem ein Spiel weniger bestritten hat. «Das war ein gebrauchter Tag für uns», sagte Löwen-Regisseur Andy Schmid nach dem Spiel bei Sport1. Den Traum vom Titel gibt der Schweizer aber nicht auf: «Wir müssen jetzt noch enger zusammen rücken. Und das werden wir tun.»

Die Berliner indes können dank des Sieges den für das internationale Geschehen der kommenden Saison nötigen Platz vier noch einmal angreifen. Knackpunkt der Partie vor 8483 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle war die 12. Minute, als die Schiedsrichter den Berliner Abwehrchef Jakov Gojun mit einer Roten Karte von Feld schickten.

Das allerdings gab dem Außenseiter Auftrieb, die Gäste kamen an der flexiblen Abwehr und einem erstklassig aufgelegten Torwart Silvio Heinevetter einfach nicht vorbei. Heinevetter sorgte auch für die Szene des Spiels. Seinen Lupferpass bei drohendem Zeitspiel verwertete Jesper Nielsen zum 20:15 (55.). Erfolgreichste Werfer waren für Berlin Petar Nenadic und Fabian Wiede (je 6), für die Löwen Uwe Gensheimer (6).

An seinem künftigen Arbeitsplatz war Andreas Wolff chancenlos. Mit der HSG Wetzlar unterlag der Nationaltorwart den gastgebenden Kielern mit 21:30 (7:16). Der 25-Jährige zeigte zwar einige gute Paraden, wurde aber bei Siebenmetern zweimal per Heber düpiert. In der zweiten Halbzeit räumte er das Feld für seinen Ersatzmann Nikolai Weber.

Die drittplatzierte SG Flensburg-Handewitt gewann nach dem Aus in der Champions League und dem verlorenen Pokalfinale am Samstag ihr Bundesliga-Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen mit 32:25 (16:10). «Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es für die Spieler ist, wieder in die Halle einzulaufen, wenn so eine Woche wie die letzte hinter ihnen liegt», sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes: «Ich kann deshalb meine Mannschaft nur loben.» 

Geschäftsführer Dierk Schmäschke sagte: «Die Spieler sind Profis, aber auch im Herzen Sportler und vor allem Menschen. Eine solche Enttäuschung muss man erst einmal wegstecken.» Bei der SG feierte Kreisläufer Anders Zachariassen gut sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback.

Göppingens Coach Magnus Andersson sah im Spiel seines Teams viele Fehler, die es bis zum Finalturnier um den EHF-Pokal am kommenden Wochenende in Frankreich abzustellen gilt: «Wir hatten viele Probleme in Abwehr und Angriff.»

Der Bergische HC nahm mit dem 28:26 (12:12) über Pokalsieger SC Magdeburg erfolgreich Revanche für die Halbfinal-Niederlage am vergangenen Wochenende und machte einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib. Die Bergischen Löwen haben nun drei Punkte Vorsprung auf den Tabellen-16. ThSV Eisenach und zudem ein Spiel weniger als die Thüringer absolviert.

Die MT Melsungen unterstrich mit dem ungefährdeten 32:24 (14:12)-Heimsieg über den TuS N-Lübbecke ihre Ambitionen auf einen Europapokal-Startplatz in der kommenden Saison. Bester Werfer des Tabellen-Vierten aus Nordhessen war Europameister Johannes Sellin (10/3). Für die Gäste aus Ostwestfalen rückt der Abstieg immer näher. Trainer Goran Perkovac gab sich aber optimistisch: «Wir werden weiterkämpfen, solange wir noch eine Chance haben.»

In einer spannenden Partie feierte Altmeister VfL Gummersbach einen 31:30 (14:17)-Sieg in eigener Halle über die TSV Hannover-Burgdorf. Florian von Gruchalla per Siebenmeter und Simon Ernst brachten den VfL nach einem 29:30 (58.) noch zurück. Ohne große Probleme setzte sich der TBV Lemgo mit 30:25 (18:13) gegen den SC DHfK Leipzig durch. Der TVB 1898 Stuttgart und der HBW Balingen-Weilstetten trennten sich 22:22 (10:7).

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