So., 08.05.2016

Pferdesport Twomey beendet nach 19 Jahren deutsche Siegesserie

Der irische Reiter Billy Twomey und sein Pferd Diaghilev gewannen in Hamburg.

Der irische Reiter Billy Twomey und sein Pferd Diaghilev gewannen in Hamburg. Foto: Lukas Schulze

Die deutschen Reiter müssen den Gästen beim deutschen Spring-Derby den Vortritt lassen. Der Ire Billy Twomey setzt sich im Stechen durch und beendet die Siegesserie der Gastgeber. Bester Deutscher ist der dreimalige Sieger Andre Thieme als Dritter.

Von dpa

Hamburg (dpa) - Die Siegesserie der deutschen Reiter beim deutschen Spring-Derby in Hamburg ist gerissen. Als erster ausländischer Starter seit 19 Jahren setzte sich Billy Twomey durch.

Der Ire zeigte auf Diaghilev im Stechen der mit 120 000 Euro dotierten Prüfung den schnellsten fehlerfreien Ritt - und das mit gebrochenem Daumen. «Den merke ich gerade nicht mehr», meinte der 39-Jährige. «Ich bin glücklich, dass ich jetzt in der Liste der großen Namen beim Derby aufgenommen worden bin.»

Der Brite Nigel Coupe mit Golvers Hill machte mit Platz zwei den Doppel-Erfolg der Gäste bei der 87. Auflage des Klassikers perfekt. Twomey erhielt für den Erfolg 30 000 Euro. Letzter ausländischer Sieger war 1997 der für Österreich startende Hugo Simon.

Vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Derbypark blieben der dreimalige Gewinner Andre Thieme mit Quonschbob und Janne Friederike Meyer mit Anna ebenfalls fehlerfrei, kamen an die Zeiten von Twomey und Coupe aber nicht heran und wurden Dritter und Vierte.

Vor allem Thieme war als Siegfavorit gehandelt worden, nachdem er schon im vergangenen Jahr Zweiter mit seinem Pferd geworden war. «Letztes Jahr war ich sehr enttäuscht», sagte er. «Doch diesmal bin ich total glücklich, weil etwas Besonderes in dieser Woche passiert ist.» Thieme war am Freitag Vater von Tochter Johanna geworden.

Keines der 31 Paare war zuvor im Normalumlauf auf dem seit 1920 beinahe unveränderten Parcours mit dem berühmten Wall und Pulvermanns Grab ohne Abwurf geblieben. Daher erreichten neun Starter mit je vier Strafpunkten das Stechen. Elf Reiter gaben in dem schwierigsten Springen der Welt auf.

Damit blieb es bei 151 Nullfehlerritten in der 96-jährigen Geschichte des Turnier-Klassikers. Vorjahressieger Christian Glienewinkel war der Letzte, dem das gelang. Er fehlte wegen einer Verletzung seines Pferdes Aircare.

Einen Tag zuvor hatte Altmeister Ludger Beerbaum groß Kasse gemacht - und sich selbst am meisten überrascht. Mit einem Sieg in dem mit 300 000 Euro dotierten Großen Preis auf seinem neuen Pferd Casello hatte der 52-Jährige überhaupt nicht gerechnet. «Es war ein wenig wie Leicesters Gewinn der Premier League», meinte der viermalige Olympiasieger und erinnerte an den Sensationserfolg des neuen englischen Fußball-Meisters.

Den Wallach Casello reitet er erst seit wenigen Monaten. «Die Kommunikation zwischen uns ist noch nicht perfekt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau», sagte der Riesenbecker nach dem Erfolg, der ihm 99 000 Euro einbrachte. Ihm gelang zugleich der erste deutsche Sieg in der diesjährigen Global Champions Tour. Das Springen in Hamburg war die fünfte von 15 Etappen der weltweit höchstdotierten Spring-Serie.

Das Stechen hatten insgesamt acht der 50 Reiter erreicht, darunter drei deutsche: Marcus Ehning mit Pret a Tout wurde Vierter vor Christian Ahlmann mit Codex One. Daniel Deußer kam mit First Class auf Rang sieben. Ahlmann behielt die Gesamt-Führung der Tour.

Im deutschen Dressur-Derby gab es erstmals einen spanischen Sieg. In dem mit 30 000 Euro dotierten Finale der 58. Auflage setzte sich der in Krefeld lebende Borja Carrascosa gegen die Schwedin Michelle Hagman und die für Dänemark startende Nathalie zu Sayn Wittgenstein durch. Bei der Prüfung mussten die drei Teilnehmer jeweils auch mit den Pferden ihrer Konkurrenten reiten.

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