Mo., 09.05.2016

Basketball «Bob-Marley-Club» Vechta setzt auf Herzblut

Das Rasta-Maskottchen Bob heizt in Vechta die Stimmung an.

Das Rasta-Maskottchen Bob heizt in Vechta die Stimmung an. Foto: Ingo Wagner

Vechta (dpa) - So abrupt wie das erste Abenteuer in der Basketball-Bundesliga soll es diesmal für Rasta Vechta nicht enden. Der Club ist professioneller geworden und profitiert vom Trainer, der beim FC Bayern gelernt hat.

Von dpa

Einen Basketballer aus Jamaika hat der Außenseiter nicht im aktiven Aufgebot, der starke Einfluss der Karibikinsel weht aber noch immer durch die niedersächsische Provinz. In Anlehnung an den 1981 verstorbenen Reggae-Künstler Bob Marley heißt das Maskottchen «Bob», den Verein benannten Studenten einst nach dem Song «Rastaman Vibration» so, wie er noch heute heißt: Rasta Vechta.

Zum zweiten Mal nach 2012/2013 ist der Club in die Basketball-Bundesliga (BBL) aufgestiegen. Am Sonntag feierten Fans und Spieler am Rathaus ein großes Fest. «Ich bin stolz auf meine Mannschaft», sagte Trainer Andreas Wagner nach der vielumjubelten Rückkehr in das Oberhaus.

Die Meisterkrönung blieb dem Team allerdings verwehrt. In den Titelduellen mit Mitaufsteiger Jena unterlag Vechta im Hinspiel klar mit 54:80. Der 92:77-Rückspielsieg vor eigenem Publikum genügte deshalb nicht zum Titel, doch dieses kleine Manko konnte die gemeinsamen Feierlichkeiten mit den Thüringern nicht bremsen.

Coach Wagner kam zu Beginn der Saison vom FC Bayern Basketball, wo er drei Jahre lang Assistent von Svetislav Pesic war. «Einem der besten Trainer der Welt», lobte Wagner. In Vechta hat der 40-Jährige den Tabellenzehnten der 2. Liga übernommen und diesen innerhalb eines Jahres an die Ligaspitze geführt. «Ich hatte meine eigenen Vorstellungen», sagte er. Und baute so ein Team, das zwar viel Talent hatte, den Erfolg aber auf anderen Grundsteinen legte: «Teamgeist, Kampfgeist und Zusammenhalt.»

Vechta spazierte zum ersten Tabellenplatz in der Hauptrunde, gewann seine Viertel- und Halbfinalserien jeweils mit 3:0. Zwischendurch gelangen den Niedersachsen 25 Siege in Serie, vor den Finalspielen datierte die letzte Niederlage aus dem November 2015. «Wir müssen uns nicht verstecken. Wir sind zwar keine Großstadt, leben dafür aber diese ganz besondere Basketball-Begeisterung», sagte Wagner.

Vechta hat gut 30 000 Einwohner, die ambitionierten Hamburg Towers aus der Millionenstadt verpassten hingegen erneut den Aufstieg. «BBL wi sünd wedder dor», jubelten die Raste-Fans. Nachdem das erste Bundesliga-Abenteuer mit sechs Siegen und dem direkten Abstieg abrupt endete, strebt der Aufsteiger diesmal eine längere Verweildauer an. «Wir werden vorbereitet sein. Damals kam das alles sehr überraschend, man wurde regelrecht überrollt», erklärte der Coach: «Sportlich hat sich die ganze Situation des Vereins verbessert.»

Die Begeisterung ist riesig, bereits im ersten Bundesliga-Jahr waren sämtliche Eintrittskarten innerhalb von 90 Minuten vergriffen. 71 Mal in Serie war der Rasta Dome, die Arena in Vechta, ausverkauft. «Hier wird mit sehr viel Herzblut gearbeitet, der ganze Verein ist sehr familiär», sagte Wagner, der aus der Großstadt München in die norddeutsche Tiefebene gezogen ist.

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