Di., 10.05.2016

Fußball FIFA-Council prescht vor: Schnelle WM-Entscheidung

Fußball : FIFA-Council prescht vor: Schnelle WM-Entscheidung

Foto: Rungroj Yongrit

Wer gedacht hatte, das neue FIFA-Council würde nur noch Beschlüsse anderer Gremien durchwinken, wurde gleich eines Besseren belehrt. Bei seiner ersten Sitzung legt der Aufsichtsrat den Fahrplan für die WM 2026 fest - inklusive einer möglicherweise brisanten Entscheidung.

Von dpa

Mexiko-Stadt (dpa) - Von wegen weniger Macht! Mit wegweisenden Entscheidungen inklusive einem konkreten Zeitplan für eine mögliche brisante WM-Aufstockung auf 40 Mannschaften hat das neue FIFA-Council gleich bei seiner ersten Sitzung maßgebliche Beschlüsse gefasst.

Schon im Oktober könnte die Mammut-WM 2026 fix gemacht werden, legte das zum Aufsichtsrat degradierte frühere Exekutivkomitee in Mexiko-Stadt fest. «Während der Konsultationsprozess im Mai 2017 beendet sein sollte, wird die Entscheidung über die Anzahl der Teilnehmer, das Format und die Zulassungsberechtigung für WM-Bewerber im Oktober erwartet», hieß es in einer Mitteilung. Dann trifft sich das Council am 13. und 14. Oktober am FIFA-Stammsitz in Zürich erstmals in kompletter Besetzung mit 36 Mitgliedern plus Präsident Gianni Infantino.

Das Pikante: Kein Wort enthält das FIFA-Statement über eine mögliche Einbindung anderer Akteure wie Ligavertreter oder Repräsentanten der Spitzenclubs. Angeführt von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge als Chef der European Club Association hatten diese ihren Widerstand gegen eine WM-Aufblähung angekündigt. Nun bleibt bis Oktober ohnehin wenig Zeit für eine konstruktive Debatte. Infantino ist für eine Aufstockung auf 40 Mannschaften. Dies war Bestandteil seines Wahlkampfprogramms.

Die WM-Turniere 2018 in Russland und 2022 in Katar werden definitiv noch mit 32 Teams gespielt. Ursprünglich hatte der WM-Gastgeber für 2026 bereits im Mai 2017 bestimmt werden sollen. Dies soll nun im Mai 2020 erstmals durch eine Abstimmung im Kongress geschehen. Durch die diversen Skandale im Fußball-Weltverband war der Entscheidungsprozess vertagt worden. Als potenzielle Kandidaten für die WM-Ausrichtung gelten die USA, Kanada und Mexiko.

Eine wichtige Personalentscheidung wurde bis zum Oktober vertagt. Erst bei der nächsten Council-Sitzung wird über einen neuen Generalsekretär entschieden. Infantino hatte verkündet, dass er den Auswahlprozess für den Top-Posten im Sommer abschließen wolle. Vor der Oktobersitzung wird es aber kein weiteres Council-Meeting geben. Der FIFA-Rat ist für die Ernennung des Generalsekretärs, der künftig deutlich mehr Rechte hat, zuständig.

Infantino hatte betont, keinen europäischen Kandidaten zu seinem wichtigsten Mitarbeiter küren zu wollen. Derzeit werden die FIFA-Geschäfte von Interimsgeneralsekretär Markus Kattner geführt, der eigentlich für die FIFA-Finanzen zuständig ist.

Über die Aufnahme des Kosovo und von Gibraltar wird der Kongress am Freitag entscheiden. Das Council ergänzte die Tagesordnung entsprechend. Das Kosovo hatte erst am vergangenen Dienstag in einer knappen Abstimmung mit 28:24 Voten die UEFA-Mitgliedschaft erreicht. Gibraltar hatte einen Tag zuvor vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erwirkt, dass die FIFA so schnell wie möglich den Aufnahmeantrag behandeln muss.

Während die künftige FIFA-Mitgliedschaft von Gibraltar gerade wegen des CAS-Urteils als sicher gilt, könnte es in der Kosovo-Frage wieder knapp zugehen. Werden beide Verbände aufgenommen, hätte die FIFA künftig 211 Mitglieder - und die UEFA würde mit 55 Mitgliedern zum stärksten Kontinentalverband vor Afrika (54). Beide neuen FIFA-Nationen würden schon in die im September startende Qualifikationsrunde zur Fußball-WM 2018 einsteigen.

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