Fr., 29.04.2016

Literatur Pettersson und Findus: Sven Nordqvist wird 70

Sven Nordqvist träumte schon als Kind davon, Zeichner zu werden.

Sven Nordqvist träumte schon als Kind davon, Zeichner zu werden. Foto: Henning Kaiser

Die Geschichten vom Einsiedler Pettersson und seinem Kater Findus machten Sven Nordqvist berühmt. Nun feiert der schwedische Zeichner und Autor seinen 70. Geburtstag.

Von dpa

Stockholm (dpa) - Wenn man schon keine Frau hat, die einen aufmuntert, dann sollte man wenigstens eine Katze haben, meint die Nachbarin des einsamen Pettersson. Und so kommt der alte Mann mit dem gelben Hut zu Findus, einem vorlauten und neugierigen Kater, der das Leben von Pettersson völlig auf den Kopf stellt.

Diese Geschichte mit dem deutschen Titel «Wie Pettersson zu Findus kam»  machte den schwedischen Zeichner Sven Nordqvist zu einem Star in der Kinderliteratur. Am Samstag (30. April) feiert er seinen 70. Geburtstag.

Anders als er bleibe Pettersson immer jung, antwortet Nordqvist auf die Frage eine schwedischen Journalisten, was er mit der Figur des netten, aber etwas grüblerischen Pettersson gemeinsam habe. Das sei der Vorteil einer Comicfigur. Doch er räumt ein: «Wir sind uns ziemlich ähnlich.» Auch er sei gern allein.

Dabei ist seine Lebenssituation eine ganz andere. Der 1946 im südschwedischen Helsingborg geborene Illustrator hat zwei erwachsene Kinder, und unter dem Boden seiner Sechs-Zimmer-Wohnung im Herzen Stockholms wohnen keine Mucklas - in den Kinderbüchern lassen die kleinen Wesen manches verschwinden. Die Vorlage für den rastlosen Kater habe sein Sohn Jesper geliefert. Dass Findus bei den Kindern so gut ankomme, liege vermutlich daran, dass er keine Grenzen habe, sagte der Schwede der «Berliner Morgenpost». Findus sei frei, müsse nicht zur Schule gehen und sei nicht gezwungen, dies oder das zu tun.

Nordqvist träumte schon als Teenager davon, Zeichner zu werden, doch auf der Kunstschule wollte man ihn nicht. Also studierte er Architektur. Seinen Traum gab er aber nicht auf. Nordqvist zeichnete weiter und gewann 1983 seinen ersten Kinderbuchpreis.

Inzwischen sind auch der Deutsche Jugendliteraturpreis und der schwedische Astrid Lindgren-Preis dazugekommen. Sein Bilderbuch «Wo ist meine Schwester?» brachte ihm den renommierten August-Preis ein.

«Ich sehe mich eigentlich immer noch als Illustrator und nicht als Autor», sagte Nordqvist der Zeitung «Sydsvenskan» kurz vor seinem Geburtstag. Doch nach 16 Büchern könne er das wohl nicht mehr leugnen. Seine Werke gehören zu den erfolgreichsten im skandinavischen Raum. Die Pettersson und Findus-Serie wurde als  Hörspiel, Kinofilm, Fernsehserie und Spiel veröffentlicht. Zum 70. Geburtstag des Autoren hat sein schwedischer Verlag Opal eine Sammelbox mit sechs Büchern herausgegeben.

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